Technisch versiert
- Unterressort
- FrauenPOWER
- Veröffentlicht
- Lesezeit
- 2 min

Isabella Rohrer © fabian steppan fotografie
Isabella Rohrer ist Geschäftsführerin in einem international agierenden Unternehmen mit 45 Standorten: In der Rohrer Group werden 3.600 Mitarbeiter von der Verwaltungszentrale in Niklasdorf aus geleitet.
Ihre Mutter Ilse war für Isabella Rohrer ein überzeugendes Role Model: Sie hatte als eine von nur drei Schülerinnen die HTL besucht. Berührungsängste gegenüber einem technischen Berufsfeld gab es auch allein deshalb nicht, weil Isabella Rohrer zwischen Tankreinigung und Baustellen groß wurde. Ihr Vater Johann hatte 1975 ein Unternehmen gegründet, das nun über 45 Standorte in ganz Europa und im Nahen Osten verfügt und sich auf industrielle Reinigung, Montage und Stillstandsmanagement, Industriegerüstbau und technische Isolierung spezialisiert hat. Große Kunden kommen aus der internationalen Petrochemie, der Stahl-, Papier- und Zellstoffindustrie. Heute bekleidet Isabella Rohrer die Positionen als Geschäftsführerin der Johann Rohrer GmbH Österreich, der Juri GmbH, der Schönberger GmbH, der Herta Schwarz GmbH und ist Prokuristin der Johann Rohrer GmbH Deutschland und der Rohrer Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH.
Der Eintritt ins elterliche Unternehmen geschah 2001 dennoch spontan: Während des BWL- und Jusstudiums fiel die Sekretariatskraft in der Schlosserei aus, Isabella Rohrer sprang ein. „Ich habe mich so wohlgefühlt in der Arbeitsumgebung, dass ich geblieben bin.“ Wie erlebt sie als Frau eine männerdominierte Branche? „Man wird schon genau beobachtet, aber das kann man auch positiv sehen, wenn man so viel Aufmerksamkeit bekommt.“ Ihr Grundsatz: „Man sollte jemanden nicht daran messen, wer er ist, sondern was er macht.“ Lebenslanges Lernen ist für Isabella Rohrer nicht bloß ein Schlagwort, davon zeugen berufsbegleitende Studien zu Business Management, Sanierung und Revitalisierung, aber auch Unternehmer- und Konzessionsprüfung sowie erworbenene Qualifikationen zur Lehrlingsausbildung und als Sicherheitsfachkraft.
Sachlich
In ihrer Arbeit ist sie sehr strukturiert: „Ich erstelle To-do-Listen, was ich heute schaffen muss und was gut wäre, wenn es ich es heute schaffe. Außerdem dokumentiere ich sämtliche Besprechungen mit Mitarbeitern, um Klarheiten zu schaffen.“ Gibt es im Team etwas zu klären, lässt sie Emotionen außen vor: „Ich warte immer einen Tag, bevor ich etwas anspreche.“
Als Mutter eines dreijährigen Sohnes ist für sie Work-Life-Balance nicht bloß ein Lippenbekenntnis: „Die Zeit, in der ich ihn vom Kindergarten abhole, bis er schlafen geht, gehört ihm, da bin ich nicht erreichbar. Ich hätte die Zeit ja auch in einem Meeting sein können.“ Isabella Rohrer will nun Frauen verstärkt ins Unternehmen holen – nicht zuletzt in die Abteilung für Qualitätsmanagement, die derzeit aufgebaut wird.






