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Thomas Frühauf leitet das Familienunternehmen. © Thomas Luef
Auf dem besten, effizientesten und sichersten Weg von A nach B – und das auch mit ungewöhnlicher Fracht und entsprechenden Herausforderungen: Die Spedition Thomas stellt sich als Familienunternehmen mit einem Schwerpunkt in Nischenbereichen dem umkämpften Markt.
Wie hat sich das Speditionswesen seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1987 verändert?
Thomas Frühauf: Das vorherrschendste Thema ist die Schnelllebigkeit unserer Zeit. Die Anzahl der Transporte von Waren hat sich massiv vervielfacht, der Preis ist absolut bestimmend geworden, das Tempo in der Abwicklung ist entscheidend und der Markt extrem umkämpft. Wir setzen dem jedoch etwas entgegen: Wir belegen einerseits mit unseren Schwerpunkten in der Projektabwicklung und als Zollspezialist eine Nische in der Branche und bieten andererseits einen umfassenden Service rund um die Transporte unserer Kunden. Das ist vielfach ins Hintertreffen geraten, die großen Speditionen können es allein aufgrund der Menge an Abwicklungen nicht bewerkstelligen.
Ist in einer Branche, die vom Transport von Waren von A nach B lebt, Nachhaltigkeit ein Thema?
Ein Thema ist es schon. Als Spedition sind wir aber davon abhängig, was der Kunde will. Produziert wird natürlich großteils dort, wo es am günstigsten ist. Verkauft werden die Waren weltweit, da Kunden immer neue Märkte erschließen. Es gibt durchaus Partnerunternehmen, darunter auch Reedereien, die sich intensiver mit Nachhaltigkeit beschäftigen, aber wir haben in diesem Bereich wenig Einfluss.
Die Spedition Thomas ist ein Familienunternehmen, wie laufen Entscheidungsprozesse bei Ihnen ab?
Mein Vater Karl und meine Mutter Susanne Frühauf haben das Unternehmen aufgebaut und sind beide zum Glück noch immer voller Tatendrang. Firmenpolitische Entscheidungen fällen wir gemeinsam. Natürlich gibt es Diskussionen, die auch hitziger verlaufen dürfen. Aber die Zusammenarbeit über Generationen hinweg funktioniert sehr gut bei uns. Als ich 2013 in den Betrieb eingestiegen bin, haben wir beschlossen, unternehmensbezogene Themen nicht mit heim zu tragen. Das halten wir ein.
Wie führen Sie Ihr Unternehmen in die Zukunft, wo sehen Sie da vor allem Handlungsbedarf?
Gerade die Schnelllebigkeit unserer Branche erfordert effektive Maßnahmen. Die Anzahl der Transporte ist in unserem Unternehmen von 5.600 im Jahr 1997 auf 18.000 im Jahr 2018 gestiegen. Automatisierung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema. Viele Schritte im Arbeitsalltag können von den Systemen automatisiert werden. Die dadurch gewonnene Zeit sollte in den Kunden investiert werden. Was sind seine Bedürfnisse? Wo drückt der Schuh? In einer Zeit, in der immer mehr über Onlineplattformen oder in Whatsapp-Chats passiert, sollte der persönliche Kontakt wieder mehr in den Vordergrund treten.
Wie wichtig ist die Konzentration
auf den Nischenbereich Zoll?
Wir haben mit dem Kauf der Spedition Ferstl einen Zollspezialisten übernommen. Es gibt in den Speditionen immer weniger Zolldeklaranten. Gerade in diesem Bereich braucht es aber spezielles Know-how, man muss ständig up to date sein. Die Spedition Ferstl galt schon immer als Nischenplayer in diesem Bereich und war durch ihre Neutralität nicht nur bei Kunden, sondern auch bei Speditionen ein gern gesehener Partner. Das soll auch so bleiben.
Wie definieren Sie Erfolg abseits
der Zahlen?
Erfolg, das bedeutet für mich auch eine gewisse Stabilität und Kontinuität. Damit ist auch gemeint, dass es keine hohe Fluktuation an Mitarbeitern gibt. Das Arbeitsklima ist ein sehr wichtiger Aspekt, es legt den Grundstein dafür, dass Erfolg möglich wird.
Wo sehen Sie die Spedition Thomas
in zehn Jahren?
Schon mein Vater hat auf ein langsames, aber stetiges Wachstum gesetzt. Das wollen wir so beibehalten. Es ist kein definitiver Plan, dass das Unternehmen in einem Jahrzehnt genau doppelt so groß sein sollte wie heute. Aber wenn es dann so ist, dann hat das gute Gründe.






