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Holz

Inspiration Holzbau

Unterressort
Bau & Holz
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5 min
Inspiration Holzbau

Der Holzbau in der Steiermark kann vieles – ganz besonders Architektur mit Handwerk und Nachhaltigkeit in Bestform vereinen. Wie das genau aussehen kann, zeigen die Preisträgerobjekte des Holzbaupreises 2023.

Die Steiermark hat wieder acht ausgezeichnete Holzbauten mehr. Sie sind perfekt gearbeitet, leben nachhaltiges Handwerk vor und entsprechen alle dem Kriterium „Ressourcenschonung und Verdichtung“. Doch allem voran sind sie ein klares Bekenntnis zu zukunftsfittem Bauen.

Diese herausragenden Holzbauten wurden kürzlich mit dem „Holzbaupreis Steiermark 2023“ ausgezeichnet und vor den Vorgang geholt. Die Jury wählte aus 145 Einreichungen sechs Preisträger:innen aus, die den Vorgaben für innovativen und ressourcenschonenden Holzbau entsprachen. Denn gerade hier spielt der Holzbau sein Können aus. Zusätzlich vergab die Jury zwei Anerkennungspreise. „Der Holzbaupreis zeigt, dass Bauen zukunftsfähig ist durch sorgfältigen Umgang mit Ressourcen, nachhaltig gedachter Planung in Verbindung mit steirischem Handwerkskönnen und Architektur“, so Landesinnungsmeister Oskar Beer und „Besser mit Holz“-Obmann Bernhard Neubauer.

Dass Holz nicht nur ein Öko-Klassiker, sondern zugleich ein Material-Trend 2024 ist, zeigen diese Preisträgerobjekte aus der Steiermark und beweisen einmal mehr, dass Gegenwartsdesign zusammen mit Ökomaterial ganz neu in Szene gesetzt werden kann.

Haus B16
Haus B16 © HBP/G.Ott

Innerstädtisches Raumwunder: Haus B16

Eingeengt zwischen Nachbarn mit nur begrenzter Bebauungsmöglichkeit zeigt sich das hölzerne Raumwunder als perfekte Ergänzung des Stadtbildes, bei dem alte Obstbäume im Garten erhalten blieben. Außen wie innen wirkt das Gebäude schlicht. Großzügig und beeindruckend ist der zentrale Wohnraum, der bis in den First offen ist und von einer Galerie im OG begrenzt wird. Damit wurde auf kleiner Fläche ein Raumerlebnis erzeugt, das seinesgleichen sucht und trotz geringer Nutzfläche exakt die Ansprüche der Familie erfüllt. Ja, manchmal darf es gerne auch mal weniger sein. Zum Obstgarten hin öffnet sich das Haus mit einer Loggia und nutzt so den beruhigten Außenraum. Dabei wurden die Vorzüge der Brettsperrholzbauweise optimal genutzt, um Schalldämmung und Lastabtragung in gekonnter Weise zu bewerkstelligen. Ein Holzbau, der hohes technisches und handwerkliches Niveau widerspiegelt.

Bauherr: Stefanie Waßer und Michael Moitzi
Architektur/Planung:
Plateau – Arch. DI Michael Moitzi
Holzbau: Alpe GmbH
Statik: Plateau – Bmst. DI Martin Knapp

Low-Budget-Haus
Low-Budget-Haus © HBP/G.Ott

Low-Budget-Haus Feldbach

Klein, fein und kostengünstig. Das war die Vorgabe. Hinzu kam ein schwer bebaubares „Restgrundstück“ in Hanglage. Gekonnt wurden die unterschiedlichen Ebenen des Gebäudes entsprechend dem Höhenverlauf des Geländes versetzt, was eine verspielte Raumlandschaft mit Rückzugsorten auf einer „kleinen“ Grundfläche von 105 m2 Wohnfläche ergab. Auf der nahen Säge wurde das Kantholz für die Konstruktion geschnitten, welches von den Holzbau-Meistern hervorragend mit Birkensperrholz kombiniert wurde. Die großteils unbehandelten Holzoberflächen tragen zudem zu einem fantastischen Raumklima bei. Auch von außen ist die Reduktion zu spüren, die jedoch nirgendwo auf Kosten der Qualität geht. Sowohl das Architektenteam als auch die Holzbau-Meister haben sich hier auf das traditionelle Handwerk besonnen und mit einfachen Detailausbildungen ein modernes und sparsames Gebäude geschaffen, das keine Wünsche offenlässt.

Bauherr: Sebastian und Ilona Bruckner
Architektur/Planung:
Habsburg Isele Architekten ZT
Holzbau: Ing. Röck
Statik: thurner engineering
Bauphysik: IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie

Mehrgeschoßiger Wohnbau
Mehrgeschoßiger Wohnbau © HBP/G.Ott

Mehrgeschoßiger Wohnbau

Ein Vorzeigeprojekt mit sozialem Mehrwert, architektonisch durchdacht und handwerklich auf höchstem Niveau: Errichtet mitten im Dorf, rahmen die beiden Neubauten den für die Gemeinde neu gestalteten Pfarrplatz, bieten Wohnraum für mehrere Generationen und sind Standort für den Sprengelarzt inkl. Hausapotheke. Der auffallende Laubengang als „Dorfplatzbalkon“ ist Übergang zum Privaten. Er ist wesentliches Gestaltungselement des Bauwerks und des öffentlichen Raums. Das Projekt schafft neben der medizinischen Grundversorgung und dem zentral gelegenen Wohnraum auch ein gelungenes Beispiel einer Dorfkernbelebung durch Baukultur. Auf Holzwerkstoffe wurde größtenteils verzichtet, sodass Schnittkantholz und sägeraue Außenschalungen dominieren. Gerade wegen dieses Verzichts haben die Häuser ihren besonderen Charme und spielen alle Stücke des handwerklichen Könnens: traditionelle Zimmermannsverbindungen setzen selbstbewusst gestalterischen Anspruch.

Bauherr: Hubert Gnezda
Architektur/Planung: Lendarchitektur und Scheiber­lammer Architekten
Holzbau: Holzbau Horn
Statik:
Lackner Egger ZT
Bauphysik:
Kastner ZT

Weinhof Locknbauer
Weinhof Locknbauer © HBP/G.Ott

Für die Land(wirt)schaft gebaut: Weinhof Locknbauer

Nahe dem Dreiländereck Österreich – Slowenien – Ungarn, im vom Weinbau geprägten Hügelland, präsentiert sich ein landwirtschaftlich genutztes Gebäudeensemble, welches nach den klaren Vorgaben eines jungen Winzers aus dem Altbestand in eine zeitgemäße Produktionsstätte für ausgezeichnete Weine verwandelt wurde. Das Gesamtkonzept wird komplettiert durch die Vermarktung ab Hof, Degustation, Bewirtung und zudem durch die Möglichkeit der Durchführung von Veranstaltungen in hellen Räumen. Der Bestand des Stallgebäudes wurde entkernt und bis auf den wertvollen Gewölbeteil reduziert. Die Architektur ist ein Beispiel, wie sich das Konzept des jungen Weinbauern einer transparenten Produktion und Anspruch auf Qualität gelungen in einem Bauwerk widerspiegeln kann. Der somit entstandene schlichte Baukörper, der sich in unaufgeregter Form an der traditionellen Struktur der umliegenden Höfe und dem vorgefundenen Bestand orientiert, wird vor allem durch das Holzdachtragwerk als zentralem Gestaltungselement geprägt.

Bauherr: Lukas Jahn
Architektur/Planung:
Mascha Ritter Architektur
Holzbau:
Muhri-Holz

Voisthalerhütte am Hochschwab
Voisthalerhütte am Hochschwab © HBP/G.Ott

Demütig Teil werden: Die Voisthalerhütte am Hochschwab

Wie ein Findling sitzt die neue Voisthalerhütte an der östlichen Geländekante des Hochtals der Oberen Dullwitz. Um den heutigen Anforderungen einer Schutzhütte gerecht zu werden, wurde die bestehende Hütte durch einen Neubau ersetzt, der als Orientierungspunkt zwischen Hochschwab, Wetterkogel, Karlhochkogel und Fölzsattel in Form eines einfachen, klaren Volumens in der beeindruckenden Berglandschaft in Erscheinung tritt. Das Raumprogramm ist in der Vertikale über vier Geschoße organisiert und minimiert dadurch die bebaute Fläche. Um eine zentrale Treppe gruppieren sich im Erdgeschoß der Gastraum und die Küche, in den beiden Obergeschoßen die Schlafräume für Gäste und die Hüttenwirte mit kleinen Gemeinschaftssanitäreinheiten.

Bauherr: Richard Goldeband
Architektur/Planung:
Dietger Wissounig Architekten
Holzbau:
Steger Bautauf
Statik: GDP ZT, DI Josef Koppelhuber, FS1 Fiedler Stöffler (Michael Fiedler, Christian Stöffler)
Bauphysik:
rosenfelder & höfler consulting engineers

Turnsaal & Musikverein Kirchberg am Wagram
Turnsaal & Musikverein Kirchberg am Wagram © HBP/G.Ott

Holz für den richtigen Ton: Turnsaal & Musikverein Kirchberg am Wagram

Mit dem Turnsaal und dem Musikverein in Kirchberg am Wagram wurden zwei unterschiedliche Typologien in einem Gebäude vereint. Das dreigeschoßige Gebäude beherbergt den neuen Turnsaal, einen Aufenthaltsraum für die Nachmittagsbetreuung und den Musikverein mit Musiksaal, Probe- und Begegnungsräumen. Trotz der unterschiedlichen Nutzungen entstand ein Gebäude wie aus einem Guss. Das bestimmende Bau- und Gestaltungselement ist Holz. Farblich dominieren Weißtanne und Esche. Generell wurde auf die Verwendung von ökologisch nachhaltigen Materialien Wert gelegt. Das Gebäude ist mit Holzlamellen verkleidet, die je nach Betrachtungswinkel und Lichteinfall für ein anderes Erscheinungsbild sorgen. Und die Lattenstruktur der Fassade wird an den Innenwänden des Musiksaals als Akustikelement weitergeführt.

Bauherr: Vizebürgermeister Erwin Mantler
Holz für den richtigen Ton
Architektur/Planung: Laurenz Vogel Architekten
Holzbau: Lieb Bau Weiz – Geschäftsbereich Holz Bau Weiz

Wohnen am Roseggerweg
Wohnen am Roseggerweg © HBP/G.Ott

Geförderter Wohnbau: Wohnen am Roseggerweg

Hochwertiges Bauen unter Einhaltung aller Kostengrenzen im geförderten Wohnbau ist in Holzbauweise möglich. Das zeigt „Wohnen am Roseggerweg“ in Kindberg beispielgebend. Dort reihen sich fünf dreigeschoßige Wohnbauten aneinander. Zueinander etwas versetzt, fügen sich die neuen Bauten mit der Ausrichtung ihrer Satteldächer hervorragend in die städtische Situation ein. Zudem konnte der verbreitete Irrglaube, dass ein reiner Holzbau mit Sichtholzoberflächen im Inneren und Holzfassaden mit dem Brand- sowie Schallschutz nicht vereinbar und zudem auch zu teuer wäre, eindeutig widerlegt werden.

Bauherr: Brucker Wohnbau
Architektur/Planung: dreiplus Architekten ZT
Holzbau: Strobl Bau – Holzbau

Ressourcenpark Graz
Ressourcenpark Graz © HBP/G.Ott

Holz neu gedacht: Ressourcenpark Graz

Mit der Fertigstellung des Ressourcenparks in der Sturzgasse ist das Abfallwirtschafts- bzw. Recyclingzentrum in der Moderne angekommen. Die Ausführung dieser Flugdachkonstruktion kann als einer der gelungensten modernen Ingenieurholzbauten im Großraum Graz bezeichnet werden. Die richtige Wahl der Baumaterialien wird mit dem gedrungenen Stahlbetonsockel in der Verkehrs- und Abladezone, den davon abzweigenden „Kopfbändern“ aus Baustahl und dem Dachwerk aus Brettschicht- und Brettsperrholz eindrucksvoll demonstriert.

Bauherr: Holding Graz – Kommunale Dienstleistungen
Architektur/Planung: planconsort zt
Holzbau: Rubner Holzbau

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