Holz
Bürokratie hemmt die Waldarbeit
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© Jürgen Pistracher
Die anhaltende Flaute in der Bauwirtschaft, das Entwaldungsgesetz und bürokratische Stolpersteine der EU setzen den heimischen Forstunternehmen zu. Branchenvertreter Peter Konrad mahnt von der künftigen Regierung neue Weichenstellungen ein.
Die Tatsache, dass es derzeit keine Nachfrage im Bausektor gibt, weil die Kreditbeschaffung für den Hausbau stark eingeschränkt ist, macht auch uns zu schaffen und erschwert unsere Arbeit im Forst. Wir leben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und dazu hemmt das Bürokratiemonster vor allem in der EU die Entwicklung der Unternehmen. Das sind zwar Dinge, die nicht unmittelbar mit dem Wald und dessen Bewirtschaftung zu tun haben, aber die Globalität und die Verzahnung etwa durch die internationalen Lieferketten bringen zusätzlichen enormen Arbeitsaufwand mit sich“, erklärt KommR Peter Konrad, Bundesvorsitzender der Forstunternehmer im Fachverband der gewerblichen Dienstleister (WKO) und Präsident des österreichischen Forstunternehmerverbandes.
Was bedeutet der Waldumbau und der Umbau der Unternehmen genau? Durch die Klimaerwärmung werde es in Zukunft mehr Arbeit im Forst geben, um für die Zukunft klimafitte Wälder zu generieren. Der Wald sei im Umbau begriffen, so Konrad, ebenso wie die Forstunternehmen selbst sich im Umbau befinden, etwa weil durch Stürme, Borkenkäfer und andere Wetterextreme gesteigerte Schadholzmengen anfallen und sie durch deren Aufarbeitung zusehends unter Druck geraten.
Die Klimaerwärmung fordert die Forstdienstleister in besonderem Maße. Die umfangreiche Gesamtaufgabe der Waldbewirtschaftung von der Pflanzung bis zur Ernte wird immer herausfordernder. In der Zukunft müssen Erstdurchforstungen Priorität haben und forciert werden, um klimafitte Wälder zu generieren.
Peter Konrad: „Um aber solche Hausaufgaben meistern zu können, bedarf es einer marktkonformen Holzproduktion mit entsprechenden Holzerlösen. Das wird künftig erschwert, weil die Rahmenbedingungen wie eben eine überbordende Bürokratie zum Beispiel das Abarbeiten der Schäden nach Stürmen und Borkenkäferbefall zusehends behindern.“
„Die Rahmenbedingungen für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette müssen positiv angepasst werden.“
Lehrberuf Forsttechniker wird gut angenommen
„Die Situation der weiterverarbeitenden Holzindustrie ist prekär, die Umsatzeinbrüche sind dramatisch. Umso wichtiger ist es in dieser Zeit, den Rohstoff Holz zu forcieren und ihn mit all seinen Vorteilen einzusetzen. Die österreichischen und die steirischen Forstunternehmen nehmen ihre Aufgaben sehr ernst, sie investieren in moderne Technik und Equipment, um die Holzernte sicher und effizient zu gestalten. Zudem wird im neuen Lehrberuf des Forsttechnikers die Ausbildung an den modernen Maschinen wie Harvester, Forwarder und Seilkran sehr gut angenommen. Das zeigt, wir Forstunternehmer investieren auch in unsere Jugend und damit in unsere Zukunft und stärken auf diese Weise den ländlichen und oft strukturschwachen Raum“, so Peter Konrad.
Jedoch müssten die Rahmenbedingungen für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette positiv angepasst werden. „Mit dem vorliegenden Entwurf des Entwaldungsgesetzes ist es auf keinen Fall möglich, dass sich die Forstunternehmen auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können. Gleichzeitig bombardiert uns Brüssel mit Regularien, die in der Praxis kaum umsetzbar sind. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen, dass wir Forstunternehmer nicht grundsätzlich gegen das Entwaldungsgesetz sind, sondern gegen die Art und Weise der Umsetzung der Vorschriften. So sind die geforderten Dokumentationen nicht durchführbar. Österreich hat ein strenges Forstgesetz und die Behörden managen dieses professionell“, stellt Peter Konrad fest.

Für die Zukunft tätig
Jetzt liege es an den neuen Regierungsparteien, in diesen Bereichen die richtigen Weichenstellungen zu setzen, damit die Generierung von Wertschöpfung im Land wieder volle Fahrt aufnehmen kann. Ein wichtiger Schritt muss dabei auch die Entbürokratisierung sein.
„Damit man uns richtig versteht: Wir haben Freude an der Arbeit. Die österreichische Holzindustrie mit der gesamten Holzwertschöpfungskette ist weltweit führend und hat in den letzten Jahren große Investitionen getätigt. Zur Verdeutlichung: Mit nur einem geernteten Festmeter Holz werden in Österreich 662 Euro an Wertschöpfung generiert. Der Rohstoff Holz als CO2-Speicher erfüllt eine wichtige nachhaltige Funktion, nicht nur im Wald, sondern zum Beispiel auch als eingesetzter Baustoff im mehrgeschoßigen Holzbausektor. Er ist der Rohstoff der kurzen Wege und mit dem Modulbau ermöglicht er leistbares Wohnen, sodass wir mit ihm einer guten Zukunft entgegengehen können – allerdings nur, wenn dafür die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.“






