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Holz

Wald und Wirtschaft ist Wohlstand

Unterressort
Bau & Holz
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3 min
Peter Konrad

Peter Konrad (Mitte) ist selbst Forstunternehmer mit jahrzehntelanger Expertise. © Robert Cescutti

Wie heimisches Holz aus dem Wald in die Wirtschaft kommt und dort Wertschöpfung generiert, erklärt Peter Konrad, Forstunternehmer, Obmannstellvertreter der Fachgruppe der gewerblichen Dienstleister in der WKO Steiermark sowie Obmann des Österreichischen Forstunternehmerverbands.

Ein besonders anschauliches Beispiel für die Bedeutung forstunternehmerischer Dienstleistungen für Wald, Wirtschaft, Menschen und Regionen gibt Peter Konrad im Laufe unseres Gesprächs. Im Zuge einer Durchforstungsarbeit kam er mit den Besitzern des angrenzenden Waldgrundstückes ins Gespräch, die gerade dabei waren, eine Fichte zu Brennholz zu verarbeiten – was Konrad als Verschwendung einschätzte. Nach genauerer Betrachtung des Bestandes empfahl Konrad dem Besitzer, das Waldgrundstück mit seinem vollreifen, überständigen Fichtenbestand dringend professionell durchforsten zu lassen. Aus dem Verkauf des hochwertigen Holzes entstanden dem Waldbesitzer Erlöse in Höhe einer mittleren fünfstelligen Eurosumme, außerdem konnten Konrad und seine Mitarbeiter quasi als Nebenprodukt auch noch Brennholz für mehrere Jahre bereitstellen. Von mindestens ebenso großer Bedeutung: Der Wald erfuhr durch die Auflichtung des Altbestandes die im Hinblick auf seine zukünftige ökonomische und ökologische Entwicklung so dringend erforderliche Verjüngung und Anpassung. Im Interview gab Konrad weitere Einblicke in die Bedeutung der gewerblichen Forstarbeit.

Robert Cescutti
© Robert Cescutti

BUSINESS MONAT: Herr Konrad, was sagt diese Episode über die Bedeutung der gewerblichen Forstunternehmen für den Wald- und Wirtschaftsstandort Steiermark aus?

Peter Konrad: Sie steht für die unverzichtbare Rolle, die unsere rund 1.000 gewerblichen steirischen Forstunternehmen in der regionalen Holzwertschöpfungskette einnehmen. Mit unserem Waldwissen, unserem Know-how und unserer maschinellen Ausstattung – von der Seilwinde bis zur Holzvoll-erntemaschine, sprich Harvester – stehen wir dem Waldbesitz mit einem umfassenden Spektrum von Dienstleistungen zur Seite: von der Wiederaufforstung über die kontinuierliche Jungbestandspflege, Durchforstung und Auflichtung bis zur Holzernte. Was die Holzernte betrifft: Unsere Betriebe sorgen mit ihren immer öfter im eigens geschaffenen Lehrberuf Forsttechniker:in ausgebildeten Mitarbeiter:innen dafür, dass der wertvolle und nachhaltig geerntete Rohstoff Holz aus dem Wald über Frächter, Sägewerke und Handel zu den weiterverarbeitenden Unternehmen gelangt – Industrie, Gewerbe und Handwerk. Das Einmalige an dieser Wertschöpfungs- und Lieferkette Holz: Sie ist tatsächlich in allen ihren Gliedern und Strängen regional. Den Effekt der steirischen Holzwertschöpfungskette auf Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität ganz besonders im von Abwanderung bedrohten ländlichen Raum kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Holz ist das regionale Rückgrat unseres Wohlstands – und wir Forstunternehmen sorgen dafür, dass es aus den Wäldern in den Wirtschaftskreislauf gelangt.

Warum haben Sie speziell den „kleineren“ Waldbesitz im Blick, zu dem 57 Prozent des steirischen Waldes zählen?

Weil es in diesem Bereich – und ganz speziell beim sogenannten hoffernen Waldbesitz – nach wie vor Luft nach oben gibt, sowohl im Hinblick auf die ökonomische als auch auf die ökologische Dimension der Waldbewirtschaftung. Vielen ist nicht bewusst, welche Werte in ihren Wäldern stehen – gerade jetzt, wo Rundholz wieder stärker nachgefragt wird und die Holzpreise sich entsprechend entwickeln. Die andere Seite der Medaille: Die Erzeugnisse unserer holzverarbeitenden Betriebe sind international gefragt. Und in unseren Wäldern wächst weitaus mehr nach, als geerntet wird. Bekommen unsere Betriebe das benötigte Holz nicht aus heimischen Beständen, müssen sie auf andere, möglicherweise ökologisch weniger nachhaltige ausländische Bezugsquellen zurückgreifen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die konsequente Aufklärungsarbeit unserer Unternehmen, aber auch unserer Partner vom Waldverband Steiermark das Bewusstsein für die Bedeutung und den Wert heimischer Holzressourcen weiter stärkt. Vor Kurzem haben die Gewerblichen Dienstleister/Fachgruppe Forstunternehmer gemeinsam mit dem steirischen Landwirtschaftskammerpräsidenten Andreas Steinegger unter der Devise „Wirtschaft trifft Landwirtschaft“ zu einem Netzwerktreffen eingeladen, um das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit noch weiter zu vertiefen.

Inwiefern trägt eine Durchforstung dazu bei, den Wald klimafitter zu machen?

Besonders eine konsequente Erstdurchforstung dient der Anpassung des Waldes an die veränderten Umweltbedingungen. Diese Durchforstung ist zwar zuerst einmal ein Kostenfaktor, doch mittel- und langfristig fördert sie nicht nur Wuchsleistung und Stabilität des Waldes, sondern bewirkt auch eine erhebliche Wertsteigerung – ist also eine Investition in die Zukunft. Das wollen wir noch stärker ins Bewusstsein rücken.

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