Corona zum Trotz
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Zahlreiche steirische Unternehmen investieren trotz Corona-Pandemie in ihre Standorte oder bauen diese aus. Von Martin Auer bis Wolf Plastic: warum steirische Firmen gerade jetzt investieren.
Fotos: Foto Fischer, Renderwerk, Marija Kanizaj, Münzer Bioindustrie,
Christine Schober, Otmar Winterleitner, Oliver Wolf, beigestellt
Die Corona-Pandemie ist eine riesige, umfassende Herausforderung. Die Überwindung dieser Zumutungen durch das Virus wird noch dauern. Doch schon jetzt richten viele Unternehmen in der Steiermark ihren Blick nach vorne und investieren in den Standort, schaffen damit Arbeitsplätze und Wertschöpfung für das Land. Es sind starke Wetten in die Zuversicht und auf eine wieder positive Zukunft und diese betreffen so gut wie alle Branchen: Holzbau, Energie, Kosmetik, Elektronik, Lebensmittel …

Mayr-Melnhof Holz investiert 130 Millionen
Die immense Summe von 130 Millionen Euro investiert die Mayr-Melnhof Holz Gruppe in die Erweiterung des obersteirischen Standortes Leoben, vor allem in ein neues Brettsperrholzwerk. „Die In-
vestition ist Teil eines mehrstufigen Investitionsplans und beträgt 130 Millionen Euro inklusive Nachsortier- und Hobelwerk. Mit dem Brettsperrholzwerk folgen wir unserer Strategie, den Added Value, also den Bearbeitungswert unserer Produkte, zu erhöhen“, begründet Richard Stralz, CEO der Mayr-Melnhof Holz Holding AG, die Investitionspläne.
Zusätzlich zum Brettsperrholzwerk investiert Mayr-Melnhof Holz auch in eine moderne Schnittholznachsortierung, in ein Hochleistungshobelwerk und angeschlossen daran in ein vollautomatisches Hochregallager für das Schnittholz – alles Investitionen, die zum Teil bereits zur Modernisierung des bestehenden Sägewerks gehören, die nach der Standorterweiterung in Leoben umgesetzt werden wird. Coronabedingt verspätet startet der Erweiterungsbau heuer, das neue Werk soll dann Mitte, Ende 2022 in den Probebetrieb gehen.
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Ringana will mit neuem Campus weiter expandieren
45 Millionen Euro nimmt der Hartberger Naturkosmetikhersteller Ringana in die Hand, um derzeit in St. Johann in der Heide bei Hartberg auf zwölf Hektar einen neuen Ringana Campus zu errichten. Das Herzstück des Gebäudes in St. Johann in der Haide wird die hochtechnisierte Frischeproduktion sein, die eine Tageskapazität von bis zu 30.000 kg möglich macht. Aber auch größere und hochmoderne Büros werden ihren Platz darin finden.
Es handelt sich dabei um die erste von drei Phasen des stark wachsenden und expandierenden Unternehmens, das 1996 von Andreas Wilfinger und Ulla Wannemacher – damals noch im einfachen Dachbodenlabor – gegründet wurde. Hunderte neue Arbeitsplätze sollen so geschaffen werden. „Aufgrund des rasanten europaweiten Wachstums und dem dringend benötigten Mehr an Platz und Infrastruktur freuen wir uns, dass es tatkräftig vorwärtsgeht“, so Ringana-Gründer Andreas Wilfinger.
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Neuer Produktionsstandort von Neuroth
Bereits letzten Herbst hat Österreichs führender Hörakustiker Neuroth seinen neuen Produktionsstandort in Lebring bezogen. Drei Millionen Euro wurden in umfangreiche Umbaumaßnahmen des früheren Hauptsitzes der Firma Isovoltaic investiert. Im neuen Supply Center der Neuroth-Gruppe fertigen nun 190 Mitarbeiter auf rund 3.700 m2 individuelle Hörgeräte und Gehörschutz-Lösungen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir unser geplantes Standort-Projekt trotz der Corona-Krise erfolgreich umsetzen konnten. Unser neuer Standort bietet alle Möglichkeiten, um uns in Sachen Internationalisierung und Innovation nachhaltig weiterentwickeln zu können. Wir sind bereit für die Zukunft“, sagte Neuroth-CEO Lukas Schinko, der das Traditionsunternehmen in vierter Generation leitet.
Weitere Investitionen werden folgen – unter anderem in die Neugestaltung der „Erlebniswelt Wirtschaft“, im Zuge dessen die Türen für Besucher geöffnet werden sollen. „Investitionen wie diese sind ein Schlüsselfaktor für den Weg aus der Corona-Krise“, freut sich auch Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl.
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Pankl baut hochmodernes Aerospace-Werk
Pankl Racing Systems AG baut die Division der Luftfahrt aus und errichtet im Kapfenberger High-Tech-Park ein hochmodernes Aerospace-Werk im Umfang von 30 Millionen Euro. Es bietet 9.000 m² Nutzfläche, wovon 7.350 m² als Produktionsfläche und 1.650 m² als Verwaltung- und Sozialfläche genützt werden. Das Werk ist für knapp 200 Mitarbeiter ausgerichtet. „Der Spatenstich im Oktober 2020 ist ganz besonders für uns: wir befinden uns mitten in einer globalen Pandemie – dass es uns dennoch möglich ist, in solch einer Zeit dieses Projekt zu realisieren, stimmt mich positiv“, sagte Pankl-CEO Wolfgang Plasser zum Baubeginn. Mit dem Bau des neuen Werks möchte sich Pankl Aerospace als „One-Stop-Shop“ in der Herstellung von hochkritischen Wellen des Kerntriebwerks etablieren.
Das neue Aerospace-Gebäude von Pankl ist darauf ausgerichtet, dass sämtliche Prozessschritte in der Fertigung der geplanten Luftfahrtkomponenten abgedeckt werden. Um diese Prozesse zu gewährleisten, aber auch an die Zukunft zu denken, wurden Konzepte zur Nachhaltigkeit entwickelt, die beim Bau berücksichtigt werden. Fossile Energieträger, wie zum Beispiel Öl oder Gas, werden künftig nicht eingesetzt.
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10 Millionen Euro für neues Ausbildungszentrum der Energie Steiermark
Die Energie Steiermark setzt traditionell starke Akzente in der Ausbildung junger Menschen: 1.200 waren es bisher. Letzten Herbst hat das Unternehmen mit einem Investvolumen von 10 Millionen Euro in Graz nach 15-monatiger Bauzeit das österreichweit modernste Ausbildungszentrum für „Green Energy“ in Betrieb genommen. Im neuen „E-Campus“ können ab sofort rund 40 % mehr Lehrlinge als bisher aufgenommen werden. Derzeit sind fast 100 Jugendliche in Ausbildung. Das rund 4.000 m2 große Gebäude in der Grazer Neuholdaugasse – geplant von Architekt Markus Pernthaler – ist mit modernster Technik ausgestattet.
„Mit dem ‚E-Campus‘ starten wir die größte Qualifizierungs-Offensive in der Geschichte des Unternehmens“, so Vorstandssprecher Christian Purrer. „Hoch qualifizierte junge Menschen sind der zentrale Schlüssel, um die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich managen und die innovativen Projekte auch tatsächlich umsetzen zu können“, so Vorstandsdirektor Martin Graf. Der Campus sei zudem ein klares Signal, aktiv etwas gegen den Fachkräftemangel zu tun.
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23 Millionen Euro fließen in Atelier
Das Grazer Bäckerimperium Martin Auer investiert aktuell 20 Millionen Euro in die neue Zentrale, genannt „Atelier“, in St. Peter. Die Investition ist nötig, weil der Bäcker-Betrieb am Dietrichsteinplatz längst an seine Kapazitätsgrenzen geraten ist. „In den beständigen Wert von Brot, Kaffee und einem guten Gefühl kann man zu jeder Zeit investieren“, so Firmenchef Martin Auer. Er lässt derzeit auch vier neue Filialen errichten bzw. umbauen, wofür weitere 1,5 Millionen Euro in die Hand genommen werden. „Erst einmal steht die Finalisierung unserer Rieseninvestition in unser Atelier vor der Fertigstellung. In unsere neue Zentrale werden bis zum April 23 Millionen Euro geflossen sein“, sagt Martin Auer. Das 12.500 m² große Areal umfasst auch Büros, eine Akademie und die gesamte Produktion. Herzstück sollen ein Flagship-Store mit Café sowie die neue Backstube sein. Diese wird im Sinn einer „gläsernen Fabrik“ einsehbar sein. „Wir wollen unseren Gästen anbieten, das Bäckerhandwerk live mitzuerleben“, betont Auer.
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Millioneninvestition von Wolf Plastic
Die Kühlanlage ist das Herzstück in der Produktion eines Spritzguss- und Blasformenbetriebs und wird zur Kühlung der Werkzeuge und zur Wärmerückgewinnung verwendet. Wolf Plastics Austria investiert trotz Corona in Millionenhöhe in eine neue Kühlanlage mit höchster Kühlungseffizienz. Anlässlich des Spatenstichs Mitte Jänner wurde trotz Corona-Krise der Startschuss für diese Großanlage am obersteirischen Standort in Kammern im Liesingtal gegeben. Die neue Anlage dient gleichzeitig als Wärmerückgewinnung für die Produktionshallenheizung. Investiert wird in eine umweltfreundliche, technisch herausragende Anlage, die nicht nur kostenreduzierend, sondern vor allem stromreduzierend und nachhaltig arbeitet. Die Wolf Plastics Group mit drei Werken in Österreich, Ungarn und Rumänien sowie mehr als 200 MitarbeiterInnen etabliert sich seit über 45 Jahren zum Marktführer für Kunststoffverpackungen in Zentral- und Südosteuropa.
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Investieren für mehr Energie
Das steirische Familienunternehmen Münzer Bioindustrie steht seit 1991 für ein nachhaltiges Wirtschaften mit Verantwortung für Umwelt und zukünftige Generationen. Die Tätigkeitsfelder umfassen die Entsorgung von flüssigen und festen Abfällen, die Sammlung und Verwertung von Altspeisefetten für die Bio-Dieselproduktion sowie die technische Reinigung von Industrieanlagen. Ein vorrangiges Ziel des Unternehmens ist die Dekarbonisierung und das nachhaltige Wirtschaften mit den verfügbaren Ressourcen. Dafür wird auch kontinuierlich investiert.
Mit der Übernahme der „Rotie UCO Trade B.V.“ mit Sitz in Amsterdam 2020, konnten nur ein Jahr nach der Eröffnung der Biodieselanlage im indischen Mumbai ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Expansionskurs gesetzt werden. Münzer Bioindustrie ist somit zu einem der größten Sammler und Händler von Abfallölen- und fetten in Europa aufgestiegen. Darüberhinaus startete das Unternehmen vor kurzem auch die Altspeiseölsammlung in Bangladesch mit dem Tochterunternehmen der Münzer Bangla Pvt. Ltd.
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Lieb Bau baut weiter aus
Die Lieb-Bau Unternehmensgruppe erweitert ihren Standort in St. Ruprecht an der Raab. Das 8.500 m2 große Areal wird noch einmal um 300 m2 erweitert. Das Investitionsvolumen beträgt rund 1,5 Millionen Euro. Vorkommissions- und Logistikflächen wurden erweitert, die hauseigene Werkstätte modernisiert. In der Fertigung finden nun etwa Hightech-Hobelmaschinen inklusive kamerabasierter Lasererkennung sowie spezielle für den Stiegenbau notwendige Kapp- sowie Besäum-Anlagen Platz. Auf dem Dach werden auf über 2.000 m2 Photovoltaik-Paneele verbaut. „Als einer der größten österreichischen Produzenten von Holzstiegen haben wir in die Optimierung unserer Abläufe und neueste Anlagen investiert. Dadurch verschränken wir unser handwerkliches Know-how noch tiefer mit innovativen Technologien“, betonen Josef Gasser und Doris Enzensberger-Gasser, die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Lieb Bau Unternehmensgruppe. Dazu kommen eine PV-Anlage und Hightech-Hobelmaschinen.
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Sattler startet großes Investitionsprogramm
Die Sattler Group, das weltweit tätige steirische Familienunternehmen, führend in der Herstellung von Spezialtextilien für den Outdoor-Einsatz sowie in der Planung und Realisierung von Membrankonstruktionen, startet ein großes In-vestitionsprogramm. „Die positive Entwicklung in den letzten Jahren ermöglicht der Sattler Group den Start eines großen Investitionsprogrammes in Österreich“, sagt Vorstandsvorsitzender Herbert Pfeilstecher. „Bis 2023 wollen wir rund 15 Millionen Euro in die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Digitalisierung des Unternehmens investieren. Die Investitionsprämie des Bundes vergrößert dabei den Spielraum etwas. Wesentlich für unsere In-vestitionsentscheidungen ist jedoch die Zuversicht auf eine weltweit positive Wirtschaftsentwicklung.“ Die Sattler Group erwirtschaftet mit 644 MitarbeiterInnen einen Umsatz von rund 133 Millionen Euro, davon rund 91 % außerhalb von Österreich.
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IBS weiter auf Erfolgskurs
Die IBS Paper Performance Group mit über 750 Mitarbeitern – 270 davon in Teufenbach-Katsch – ist weltweiter Marktführer in der Optimierung von Papier-, Karton- und Zellstoffmaschinen. Investitionen sind für das Unternehmen dabei wichtige Impulse, um den Erfolgskurs beizubehalten. So wurde nicht nur mit dem Bau des neuen Bürogebäudes „IBS-Tower“ um 8 Millionen Euro ein Zeichen gesetzt, sondern das steirische Unternehmen bewies auch Stärke, als es zum Höhepunkt der ersten Corona-Welle 80 Prozent der Horst Sprenger GmbH Spezialwerkzeuge erwarb. Die Produkte des Spezialisten für Rakeldosier- und komplette Auftragssysteme ergänzen das bestehende Portfolio für die Papier-, Karton- und Zellstoffindustrie optimal.
Eine Murtaler Erfolgsgeschichte, die ausgezeichnet ist. Denn für die unternehmerischen Erfolge wurde dem Eigentümer der weltweit agierenden IBS Paper Performance Group, Klaus Bartelmuss, im Juli 2020 das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark durch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer verliehen.
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Impulse für die Gesundheit
Der steirische Gesundheitskonzern Fresenius Kabi baut die Standorte in der Steiermark weiter aus. Bis 2023 in-
vestiert der Konzern über 60 Millionen Euro in die Erweiterung der Produktionskapazitäten und den Ausbau der Infrastruktur in der Produktionsstätte Graz und im Verpackungszentrum in Werndorf. Der Schwerpunkt liegt dabei im Bereich der Gefriertrocknung und Anlagen für die Abfüllung und Verpackung von Glasflaschen und vorgefüllten Spritzen. „Fertigspritzen sind für uns ein stark wachsender Markt. Viele Gesundheitseinrichtungen erkennen die klaren Vorteile in der schnellen und vor allem sicheren Anwendung“, erklärt Werksleiterin Ruth Staubmann.
Mit der Großinvestition schafft das Gesundheitsunternehmen aber auch zukünftig neue Arbeitsplätze – spannend auch für Jugendliche, die interessiert an einer Lehre sind und gerne strukturiert, präzise und sauber arbeiten. Der erfolgreiche Konzern bietet in der Lehrlingsausbildung viele Benefits und Förderungen der persönlichen Aus- und Weiter-bildung unter anderem mit Englischkursen und Spezialmodulen, um so Karrieremöglichkeiten noch zusätzlich zu steigern.
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