Holz
Holz verwenden pflegt den Wald und hält ihn klimafit. Das jedoch wirtschaftlich darzustellen, ist keine kleine Herausforderung, wie Experten berichten.
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Holz verwenden pflegt den Wald und hält ihn klimafit. Das jedoch wirtschaftlich darzustellen, ist keine kleine Herausforderung, wie Experten berichten.
"Wie man in den Wald hineinruft …“, so der Beginn eines altbekannten Sprichworts. Dass es dabei wieder herausschallt, damit rechnete bislang niemand – bis die Aufklärungskampagne von proHolz uns eines Besseren belehrte: „Hey Wald“, so der Titel der Initiative, bringt den Angesprochenen tatsächlich zum Antworten. In mehreren eingängigen Videos wird der Wald gefragt, wie er sich jung und klimafit hält oder ob es wehtut, wenn man von ihm Holz nimmt? Die Rückmeldungen sind kreativ und informativ – und bleiben gut in Erinnerung.
So werden Interessierte über die vielen Vorteile eines gut bewirtschafteten Waldes aufgeklärt: nämlich dass die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder erst die Voraussetzung ist, um Holz als klimafreundlichen Werk- und Baustoff nutzen zu können. Darüber hinaus erhöht sie die Kohlenstoffspeicherleistung und Klimaschutzwirkung der Wälder. Das alles ist allerdings mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden, gibt Bernd Poinsitt zu bedenken: „Die Gewinnung von Arbeitskräften für die anspruchsvolle Tätigkeit der Holzernte wird zu einer zunehmenden Herausforderung. Leider nimmt die Zahl der klassischen Forstfacharbeiter stetig ab, es wird immer schwerer, jemanden zu finden, der die Pflegemaßnahmen auf einer großen Fläche durchführen kann. Und besonders für österreichische Arbeitskräfte ist der Job auch finanziell kaum noch interessant“, sagt der Geschäftsführer des Waldverbands Steiermark und der Waldverband Steiermark GmbH.

Angebot und Nachfrage
Für die Wirtschaftlichkeit der Waldpflege gelten andere Regeln als in den meisten Branchen. „Die denken in Quartalen oder vielleicht noch in Geschäftsjahren, die Forstwirtschaft aber muss ganz andere Zeithorizonte in Betracht ziehen. Wir reden hier von fünf bis acht Jahrzehnten, die es zu überblicken und vorauszuplanen gilt“, sagt Poinsitt. Das ist auch mit einem nicht zu vernachlässigenden Risiko verbunden – wer weiß denn schon genau, ob es für den Baum, den man heute pflanzt, in 80 Jahren überhaupt noch einen Markt gibt? Die Schwankungen von Angebot und Nachfrage sind immer wieder Thema in der Forstwirtschaft, die selbst sechs bis acht Wochen braucht, um auf geänderte Marktsituationen reagieren zu können.
Klimafitte Baumarten
Die Branchenvertreter sind dabei zum Glück nicht auf sich alleine gestellt. Institutionen wie die Landwirtschaftskammer sind intensiv darum bemüht, Forstbetriebe in allen Lagen beratend zur Seite zu stehen. „Wir führen rund 18.000 Beratungsstunden im Jahr durch und informieren dabei Förster oder Forstreferenten. Mit 20 Beratungsprodukten tragen wir dazu bei, die klimafitte Waldwirtschaft umzusetzen“, sagt Stefan Zwettler, der die Abteilung Forst und Energie der Landwirtschaftskammer leitet.

Besonders stark angenommen werden die Beratungsleistungen im Klein- bis Kleinstwaldbesitz, der immerhin 56 Prozent der forstlichen Eigentumsverhältnisse in der Steiermark ausmacht. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die forstliche Ausbildungsstätte in Pichl. Aber auch die Öffentlichkeit ist Zielgruppe: „Wir werden nicht müde, der breiten Öffentlichkeit unser Konzept der Nachhaltigkeit zu vermitteln“, sagt Zwettler.
Gesellschaftspolitische Ansprüche
„An unseren Wald werden vonseiten der Bevölkerung verschiedenste Ansprüche hinsichtlich Umwelt, Lebensqualität oder Schutz vor Naturgefahren gestellt. Es gilt eine nachhaltige und ökologisch orientierte Waldwirtschaft sicherzustellen“, betont auch Landesforstdirektor Michael Lui-dold.

Dies gelingt nur, wenn die laufende Klimaveränderung in die Waldbewirtschaftungsstrategien einfließt. Heute getroffene Entscheidungen müssen für eine Baumgeneration auch halten. Dazu braucht es valide Entscheidungsgrundlagen, die die Landesforstdirektion in den letzten Jahren in Form der „Dynamischen Waldtypisierung Steiermark“ (www.waldtypisierung.steiermark.at) geschaffen hat. Mit diesem Instrument ist es möglich, für jeden einzelnen Waldstandort in der Steiermark die geeigneten Baumarten unter Berücksichtigung der Klimaveränderung bis in das Jahr 2100 zu wählen.
Wichtiger Energieträger
Christian Metschina, Leiter des Referats Energie, Klima und Bioressourcen, macht auf einen besonders wichtigen Aspekt dieses Nachhaltigkeitskonzepts aufmerksam: auf die Biomasse. „Mit der Biomasse versorgen wir 120.000 Haushalte, die sonst auf Öl oder Gas angewiesen wären“, sagt Metschina.

Mit 67 Prozent Anteil am grünen Energiemix sei die Biomasse der mit Abstand wichtigste Energieträger, wenn es um die nachhaltige Energieversorgung geht. All das lässt sich aus sogenanntem „Koppelholz“ generieren, also Reststoffe, die nicht für die Säge- oder Papierindustrie verwertbar sind. „Wir betreiben hier regenerative Ressourcennutzung. Das strenge Forstgesetz in Österreich verhindert darüber hinaus, dass es zu einer übermäßigen Nutzung des Waldes kommt. Wir entnehmen nach wie vor weit weniger, als nachwächst“, so Metschina.






