Holz
Zukunftsbaustoff Holz
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Holzbau BEST PRACTICE: Kinderhaus Graschuh in Stainz © pierer.net
Das Bauen mit Holz schafft Räume für das Leben, für kreative Visionen und für eine gesunde Zukunft. Manfred Steinwiedder, Obmann-Stellvertreter proHolz Steiermark, und Gustav Spener, Präsident der Ziviltechnik-Kammer, dazu im Interview.
BUSINESS MONAT: Herr Steinwiedder, wie würden Sie das Lebensgefühl in einem Holzbau beschreiben? Haben Sie dahingehend auch persönliche Erfahrungswerte?
Manfred Steinwiedder: Wer einen Holzbau betritt und sich in diesem aufhält, spürt sofort die positive Wirkung des Holzes. Die natürlichen Oberflächen in Kombination mit dem „sanften“ Empfinden geben ein unvergleichbares Wohn- und Lebensgefühl, egal ob im privaten oder beruflichen Bereich. Wir haben als Unternehmen vor Kurzem unser neues Bürogebäude bezogen, das ab der Bodenplatte – abgesehen von den Glasflächen – vollständig aus Holz errichtet wurde. Es ist unglaublich, wie wohl wir uns in diesem neuen Gebäude fühlen und wie positiv sich unsere neue Umgebung auf unseren Arbeits- und Kommunikationsstil auswirkt.

Mit welchen Argumenten würden Sie vor allem junge Menschen davon überzeugen wollen, sich als Häuslbauer für den Holzbau zu entscheiden?
Manfred Steinwiedder: Es gibt viele Gründe, als Häusl-bauer einem Holzbau den Vorzug zu geben. Aus meiner Sicht sind zwei der wichtigsten Punkte auf der einen Seite die Verwendung eines regionalen, nachhaltigen und natürlichen Rohstoffes, der langfristig CO2 speichert, und auf der anderen Seite das angenehme und positive Gefühl, in einem Holzbau zu wohnen. Diese positiven Effekte werden auch immer mehr im Gesundheits- und Bildungsbereich erkannt und entsprechend Zu- und Neubauten vermehrt in Holz ausgeführt. Neben den kurzen Planungszeiten und der „sauberen Baustelle“ spielen für mich auch die architektonischen Möglichkeiten eine wichtige Rolle.
Wie schätzen Sie aus Ihrer Erfahrung die Offenheit gegenüber Holzbauten in der breiten Bevölkerung ein?
Gustav Spener: Holzbauten begegnen in der Bevölkerung nach wie vor festgefahrenen Vorurteilen, wie etwa, dass sie weniger langlebig oder anfälliger für Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeitsschäden seien. Dabei hat Holz nicht zwangsläufig eine kürzere Lebensdauer als der Massivbau. Bei fachgerechter Planung, Ausführung und regelmäßiger Wartung können Holzbauten genauso langlebig sein, wie his-torische Holzkonstruktionen, die über Jahrhunderte Bestand haben, eindrucksvoll belegen. Entscheidend sind dabei der Schutz vor Witterungseinflüssen, die Wahl geeigneter Holzarten und moderne konstruktive Maßnahmen wie hinterlüftete Fassaden. Eine gezielte Information der Öffentlichkeit sowie die Sichtbarkeit innovativer Holzbauprojekte können helfen, diese Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz für den Holzbau zu erhöhen. Nachhaltigkeit und gestalterische Vielfalt machen Holz zu einer zukunftsweisenden Bauweise, deren Potenziale noch deutlicher kommuniziert werden sollten.

Wie lassen sich diese Hürden überwinden?
Gustav Spener: Dazu braucht es weitere Strategien zur Kostensenkung, etwa durch effizientere Produktion, sowie eine verstärkte Aufklärung über die tatsächliche Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Holzbaus. Zudem ist es essenziell, dass Holz als regionaler Baustoff vorrangig der heimischen Wirtschaft zugutekommt.
Mit welchen Innovationen wird es in Zukunft möglich sein, den Holzbau vermehrt in der Mitte der Gesellschaft zu positionieren?
Manfred Steinwiedder: Wir sind mit unserem Rohstoff Holz bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die modernen Holzwerkstoffe ermöglichen in den Industrie- und Holzbaubetrieben hohe Vorfertigungsgrade und somit wird auf den Baustellen der „Bauprozess“ einfacher und schneller. Vor allem durch die reduzierte Verfügbarkeit von Fachkräften gewinnt dieser Faktor immer mehr an Wert und hat vor allem auch im urbanen Bereich bei Verdichtungen oder Aufstockungen unschlagbare Vorteile. Die Weiterentwicklungen werden in der Zukunft noch stärker in Richtung Modularisierung und Standardisierung gehen, ohne die architektonischen Möglichkeiten einzuschränken.
Kinderhaus Graschuh in Stainz






