Holz
Mit allen Sinnen
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1874 gegründet, sind die Produkte des Unternehmens „Josef Göbel“ aus Fladnitz an der Teichalm heute international gefragt. Was den Werkstoff Holz ausmacht und wie sich der führende Hersteller maßgefertigter Möbel und Interieurs für die Zukunft positionier © Foto: Harald Eisenberger
1874 gegründet, sind die Produkte des Unternehmens „Josef Göbel“ aus Fladnitz an der Teichalm heute international gefragt. Was den Werkstoff Holz ausmacht und wie sich der führende Hersteller maßgefertigter Möbel und Interieurs für die Zukunft positioniert, verriet uns Geschäftsführerin Helga Göbel im Gespräch.
BUSINESS MONAT: Was macht für Sie die Faszination Holz aus?
Helga Göbel: Dass man den Werkstoff Holz mit allen Sinnen wahrnehmen kann. Man kann ihn riechen, fühlen und wenn man es probiert, auch schmecken. Holz ist zurzeit en vogue, schön, edel, immer anders und hat genauso eine eigene Seele wie wir Menschen. Ein schönes handgefertigtes Möbelstück aus Holz ist etwas, was einem Raum erst die Seele verleiht.
Erleben Holz und Handwerk Ihrer Meinung nach ein Revival?
Absolut, es passt perfekt zum Thema Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit und zum Schutz des Planeten. Das Arbeiten mit eigenen Händen gewinnt außerdem wieder an Bedeutung, da Menschen gerne sehen, was sie geleistet haben. Es werden keine Wegwerfprodukte produziert, sondern Möbel, Fenster, Türen für Generationen, die man auch wiederaufarbeiten kann. Sie sehen, ich glaube sehr stark daran, dass das Handwerk in Zukunft wieder goldenen Boden haben wird und es auch in der Wertschätzung der jungen Leute wieder den Stellenwert bekommen wird, den das Handwerk bereits vor Jahrhunderten hatte.
Von der Steiermark aus in die Welt – was macht den Erfolg Ihres Unternehmens aus?
Der Erfolg unseres Unternehmens beruht auf der Tatsache, dass das österreichische Handwerk einen der „besten Exportartikel“ von Österreich darstellt. Als österreichischer Handwerksbetrieb gehört man absolut zur „Champions League“ in der Welt, und dies wissen auch unsere Kunden.
Ihr Firmengrundsatz lautet: Wenn es einfach wär’, würde es jeder machen. In anderen Worten, Sie mögen Herausforderungen. Welchen Herausforderungen stellen Sie sich aktuell?
Unser Fokus ist schon seit Jahrzehnten der gleiche – Qualität steht für uns an oberster Stelle. In einem Hochlohnland wie Österreich ist dieser Fokus unabdingbar.
Die Produktion auf Nachhaltigkeit zu trimmen, sind wir unseren Kunden, aber vor allem unseren Kindern schuldig und stellt für uns eine Selbstverständlichkeit dar. Das betrifft kleinere Dinge wie die Umstellung aller unserer Maschinen in der Fertigung weg von Plastik, wie auch große Umstellungen – den Einsatz von Photovoltaikanlagen für unsere eigene grüne Stromerzeugung etwa.
Am meisten fordert uns derzeit jedoch der Fachkräftemangel. Wir überlegen uns zurzeit sehr viele Dinge, wie wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern Dinge optimieren können, um die Arbeitssituation für alle stetig zu verbessern.
Welche Rolle spielt Digitalisierung in Ihrem Unternehmen?
Eine sehr große Rolle, mein Schwiegervater hat sich bereits im Jahre 1976 den ersten Computer gekauft, dies löste damals bei vielen Kollegen Unverständnis aus. Aber bereits seit dieser Zeit ist ein wichtiges Standbein unserer Unternehmensentwicklung die Verbindung von großartiger Handwerksarbeit und computerunterstützter Unternehmensorganisation.
Wie beschreiben Sie selbst Ihren Führungsstil?
Zielstrebig, fordernd, aber ich schenke meinen Mitarbeitern auch viel Vertrauen.
Nett, freundlich, ich kann zuhören und nehme mich auch wirklich der Themen meiner Mitarbeiter an.






