Investitionen
Für die Demokratisierung der Nachhaltigkeit
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Sunrise-Gründer Martin Foussek © Sunrise
Am nachhaltigen Investieren kommt man nicht vorbei – weder als Anleger noch als Anbieter. Davon ist Sunrise-Gründer Martin Foussek überzeugt. Warum es breite Schultern dafür braucht und wieso Investoren dabei eingebunden werden müssen, erklärt der Investment-Experte.
Es gibt unzählige globale, klimatische, wirtschaftliche, politische, gesellschaftliche, finanzielle und gesundheitliche Herausforderungen, auf die wir reagieren müssen. Zum zentralen Lösungsansatz wurde das Geld auserkoren: Es soll nachhaltig investiert werden. Die regulatorischen Vorgaben kommen aus Brüssel; umgesetzt und kontrolliert werden diese von Auditoren, Wirtschaftsprüfern und Rating-Agenturen, und die Anlage-Produkte kaufen die, die beim Investieren auch Gutes tun wollen. Diese Zielgruppe wächst kontinuierlich – gut so.
Des Pudels Kern
Im Brüsseler Regulierungs-Dickicht übersehen wird, dass der Bürger, der Endkunde, der Anleger, der Sparer – letztlich wir alle – auch verstehen müssen, wofür wir uns begeis-tern sollen und wohin unser Geld denn gehen soll. Einigen reicht dafür eine grüne Plakette, ein Abzeichen oder ein Zertifikat – oder ein paar Sterne einer Rating-Agentur. Andere stützen ihre Meinungsbildung auf Social-Media-gerechtes In-die-Auslage-Stellen von „guten Werken“. Greenwashing nennt man das mittlerweile in der Fachsprache. Aber ganz viele, gerade junge Menschen fressen den Braten nicht mehr so einfach und kommen drauf, dass das, was unter dem Mäntelchen der Nachhaltigkeit oft angeboten wird, zumindest subjektiv betrachtet gar nicht so nachhaltig ist, wie es gerne dargestellt wird.

Erklärungsnot
Dass freilich bei einem so bedeutenden Trend wie dem nachhaltigen Investieren jeder Anbieter mittlerweile schon einschlägige Produkte vorweisen kann, ist nicht überraschend. Und gegen die allermeisten – dies möchte ich hier voranstellen – ist dem Grunde nach auch nichts einzuwenden. Aber – und dies weiß ich aus eigener Erfahrung – man gerät schnell in Erklärungsnot, wenn man auf einmal hunderte Anlegermeinungen zur Nachhaltigkeit nur eines einzelnen Unternehmens vor sich hat. Warum ist ein Sportwagenbauer nachhaltig und ein relativ junges Elektromobilitätsunternehmen nicht; warum der eine Nahrungsmittelkonzern, der Wasser aus trockenen Regionen der Welt abzieht, doch, und der andere, der frisches Gemüse und Müsli anbietet, wieder nicht? Und wenn man dann einen nachhaltigen Investmentfonds, der aus dutzenden, wenn nicht sogar hunderten unterschiedlichen Unternehmen bestehen soll, für zehntausende Anleger verwaltet, dann ist die Heterogenität der Meinungen, die man dazu erhält, nicht enden wollend ... und nicht überraschend.
Die Demokratisierung der Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist wichtig. Gesamtheitlich – so, wie wir alle sie sehen. Nicht nur, wie sie vorgeschrieben wird, denn jedem ist ein Stück weit ein anderes Thema wichtig: dem einen der Natur- und Umweltschutz, der anderen die Gleichbehandlung und Diversität, einem Dritten das soziale Engagement, die Lieferkettengerechtigkeit, der Artenschutz, die Mitbestimmung am Arbeitsplatz ... es gibt tausende Schlagwörter. Und das ist das Schöne an dem Thema – die Vielfalt. Und die können wir nur schützen, indem nicht alleine ein paar wenige vorgeben, was nun – nach Raster A oder Raster B – nachhaltig ist; wir alle müssen uns ein Stück weit selbst einbringen.
Und das geht gerade beim Investieren sehr gut, wie die Sunrise Community eindrucksvoll beweist. Indem nämlich tausende Anleger über die Sunrise App abstimmen, ob ein Unternehmen für die Auswahl in den Standortfonds Österreich infrage kommen soll oder nicht, ob es in ihren zehntausenden Augen nachhaltig agiert,oder nicht. Und wenn dann dazu in den jeweiligen Foren diskutiert wird, wenn Beispiele erläutert und Erfahrungen ausgetauscht werden, dann tut das dem Ergebnis gut, denn dann kümmern sich nicht ein paar
wenige darum, was nachhaltig ist, sondern dann tun wir es alle, gemeinsam, und das ist gut so!






