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Visionen

Global denken, regional handeln

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Stadt der Zukunft

Wie die Bank der Zukunft die Stadt der Zukunft prägt, welche Bedeutung Green Investments haben und welche Chancen der Markt am Westbalkan mit sich bringt, erklärt Steiermärkische Sparkasse-Vorstandsmitglied Georg Bucher im Interview mit dem BUSINESS MONAT.

Es gibt Menschen, die scheuen sich vor Veränderungen. Georg Bucher zählt eindeutig nicht dazu. Im Gegenteil. Als Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse ist der Finanzexperte zuständig für die Bereiche Steuerung Auslandsbeteiligungen, Organisation/IT, Zahlungsverkehr und Vertriebsservice sowie Treasury. Agenden, in denen Veränderungen und Fortschritte erwünscht sind, mehr noch, „sogar ein Muss sind.“

„Gerade das vergangene Jahr hat aufgezeigt, wie essenziell das Thema Digitalisierung ist und dass sich beim Blick über den Tellerrand hinaus potenzielle neue Chancen auftun.“ Im Gespräch mit dem BUSINESS MONAT gibt Bucher Ausblick auf Trends im Finanzbereich und einen Einblick in wieweit die Bank der Zukunft, die Stadt der Zukunft mitprägen wird.

Wie ist Ihr persönliches Bild der Stadt Graz in Zukunft?
Georg Bucher: Mein persönliches Bild der zukünftigen Stadt Graz beinhaltet unter anderem viele Plätze zum Verweilen, mehr Grünbereiche und ein großes Angebot an E-Mobility durch Leihfirmen auf Shared-Basis. Aber es wird weniger Bankfilialen geben. Die Filialen werden jedoch mit sehr hochqualifizierten Bankberatern bestückt sein, die nicht nur mit fachlicher Kompetenz, sondern auch mit sozialer Kompetenz punkten.

Wird es überhaupt noch Filialen im städtischen Bereich brauchen?
Eindeutig ja. Als Steiermärkische Sparkasse werden wir regional physisch vor Ort bleiben. Ich bin davon überzeugt, dass das auch ganz dringend notwendig ist. Nach den medizinischen Belangen sind finanzielle Belange jene, wo Kunden oft ein persönliches Gespräch führen wollen – vor allem bei den sogenannten Schlüsselevents wie ein Hauskauf oder beim Thema Vorsorge. Aber in Zukunft wird der Kunde einfach entscheiden, ob er einen persönlichen Termin will oder ob so viel wie möglich digital abgewickelt wird.

Inwiefern werden die Themen Sicherheit und Vertraulichkeit in puncto Digitalisierung berücksichtigt?
Wir verwenden nur Oberflächen, bei denen wir über unsere IT der Sicherheit entsprechende Prüfungen vorweg vornehmen können. Hinsichtlich der Vertraulichkeit der Gespräche sind wir daher auf einem Niveau, dass einem persönlichen Gespräch gleicht.

Zu Ihrem Aufgabengebiet als Vorstand gehört unter anderem die Steuerung der Auslandbeteiligungen. Inwiefern hatte Corona dabei Einfluss auf Ihre Arbeit?
Im Großen und Ganzen konnten wir dank der Digitalisierung vieles über Videokonferenzen abwickeln. Ich bin auch davon überzeugt, dass das zu einem gewissen Prozentsatz in Zukunft bleiben wird, was auch ein wichtiger Beitrag dazu ist CO2 einzusparen. Ein Teil der Meetings wird aber auch zukünftig noch persönlich stattfinden – das ist auch notwendig. Persönliche Kontakte, Körpersprache oder die informellen Teile vor und nach Sitzungen sind nicht zu unterschätzende Bestandteile.

Georg Bucher
Georg Bucher © Steiermärkische Sparkasse/Strobl

Sie bezeichnen „George“ als das modernste Internetbanking Österreichs. Was unterscheidet es von anderen Plattformen seiner Art?
Die Benutzerfreundlichkeit ist sicher das Entscheidende für so eine Oberfläche: rasch und mit wenigen Klicks zum gewünschten Ergebnis. Darüber hinaus haben wir ein besonders hohes Augenmerk auf die Sicherheitsstandards, die Abfrage der Historie, die Möglichkeit der Integration von Fremdkonten, um die Übersicht für Kunden zu erleichtern, sowie auf das Thema nachhaltige Fonds gelegt.

Stichwort „nachhaltige Fonds“ – nehmen diese an Bedeutung zu?
Wir haben im vergangenen Jahr alleine in der Steiermärkischen Sparkasse 132 Millionen Euro in sogenannte nachhaltige Fonds investiert. Diese Fonds sind klar nach den UN-Prinzipien für nachhaltiges Bankwesen definiert. Und auch heuer ist bei diesem Thema eindeutig ein Aufwärtstrend zu beobachten. Alleine in den ersten vier Monaten des Jahres haben wir schon 50 Millionen zusätzlich in nachhaltigen Fonds angelegt.

Und als Unternehmen selbst? Wie wird bei der Steiermärkischen Sparkasse das Thema Nachhaltigkeit behandelt?
Natürlich machen auch wir unsere Hausaufgaben, zum Beispiel wird bei der Renovierung von Filialstandorten besonders auf die Energieeffizienz geachtet. Aber auch E-Mobilität, das Reduzieren von Papierverbrauch oder der jährliche detaillierte Bericht zu Klimaschutzmaßnahmen werden großgeschrieben.

Das Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in der Region spielen schon seit der Gründung der Steiermärkischen Sparkasse vor rund 200 Jahren eine große Rolle. Wie wird das heutzutage gelebt?
2025 feiern wir unser 200-Jahr-Jubiläum. Die Tätigkeiten der Steiermärkischen Sparkasse waren immer stark von der Balance zwischen betriebswirtschaftlichem Agieren und den nachhaltigen Zielen des Gründungsgedankens in den Bereichen soziale Projekte, Sport, Kunst und Wissenschaft geprägt – begonnen 1899 mit der Grazer Oper bis zu aktuellen Projekten wie der Zweiten Sparkasse, mit der wir Kunden, die in finanzielle Schieflage geraten sind, nachhaltig auf eine stabile Basis bringen. Bisher war der Fokus dabei immer sehr stark auf die Steiermark gelegt. In Zukunft werden wir unsere Unterstützung aber auch in der Region Südosteuropa verstärken.

Ihr Engagement im Westbalkan ist prinzipiell sehr stark.
Gemeinsam mit der Erste Bank begleiten wir mittlerweile bereits zwei Millionen Kunden am Westbalkan, beschäftigen 6.000 Mitarbeiter in der Region und erwirtschaften eine Bilanzsumme von 17 Milliarden Euro. Darüber hinaus haben wir seit 1997 zwei Milliarden Euro in die Region investiert.
Im Rahmen unseres „Best of South-East“-Programm in Kooperation mit den Universitäten haben wir in den letzten zehn Jahren 120 Personen aus der Region jeweils ein Jahr in Graz gehabt. Ein sehr erfolgreiches Projekt, aus dem wir auch Mitarbeiter gewinnen konnten.

Welche Rolle spielt Graz als Drehscheibe für Südosteuropa dabei?
Eine enorm wichtige Rolle. Wir haben in der Steiermark große Industriebetriebe – viele davon rund um Graz. Durch die räumliche Nähe gibt es einen regen Austausch, was für die Wirtschaft in Graz und in der Steiermark von Vorteil sein kann. Diese reichen von attraktiven Angeboten für Firmen, die dort investieren wollen, über reduzierte Steuersätze bis hin zu großer Unterstützung seitens der Behörden.
Die Region sollte man nicht unterschätzen. Dort leben rund 19 Millionen Einwohnern und die Entwicklung zeigt eindeutig, dass die Kaufkraft per capita steigen wird.

Wird der Austausch mehr werden?
Ja, gerade durch Corona überlegen viele europäische Unternehmen, Teile der Vorprodukte, die in der Herstellung vom asiatischen Raum näher zu holen. Das ist eine große Chance für den Westbalkan und die Regionen.

_________________

Steiermärkische Sparkasse-Konzern

Zahlen & Fakten (Stand: 31.12.2020)

• Gegründet 1825

• Ältestes und größtes Kreditinstitut der Steiermark

• Rund 3.044 MitarbeiterInnen

• Über 800.000 KundInnen

• 254 Filialen und regionale Beratungszentren

• Bilanzsumme von 18,5 Milliarden Euro

• Eigenkapital von 1,86 Milliarden

• Betriebsergebnis von 205 Millionen Euro

• Neben ihrem flächendeckenden Engagement in der Steiermark ist die Steiermärkische Sparkasse erfolgreich in sechs Ländern der Westbalkan-Region vertreten: Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien.

www.sparkasse.at

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