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Interview

200 Jahre Steiermärkische Sparkasse

Ressort
History
Veröffentlicht
Lesezeit
3 min
Gerhard Fabisch

Gerhard Fabisch, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse © Werner Krug

200 Jahre Tradition und doch immer am Puls der Zeit. Ein Gespräch mit Gerhard Fabisch, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse, über 200 Jahre Steiermärkische Sparkasse und seine 21 Jahre an der Spitze des Unternehmens.

BUSINESS MONAT: Herr Fabisch, 200 Jahre Steiermärkische Sparkasse – ein bemerkenswertes Jubiläum. Was bedeutet dieser Meilenstein für das Unternehmen und für Sie persönlich?

Gerhard Fabisch:Dieses Jubiläum ist ein ganz besonderer Meilenstein – sowohl für das Unternehmen als auch für mich. 200 Jahre Bestehen zeigen, dass wir als Bank eine tief verwurzelte Institution in der Steiermark sind. Das Fundament, das damals gelegt wurde, trägt bis heute. Unser Auftrag war und ist es, den Menschen finanzielle Stabilität zu ermöglichen. Was sich verändert hat, sind die Rahmenbedingungen – die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Art und Weise, wie wir Bankgeschäfte abwickeln. Aber der Kern ist derselbe geblieben: Wir sind für die Menschen da. Für mich persönlich ist es eine große Ehre, Teil dieser Geschichte zu sein und das Unternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten mitgestaltet haben zu dürfen.

Wenn Sie auf die lange Geschichte der Steiermärkischen Sparkasse blicken – welche Entwicklungen und Momente haben das Unternehmen besonders geprägt?

Da gibt es viele! Einer der bedeutendsten war sicherlich die Expansion in den Westbalkan. Vor 200 Jahren war die Steiermärkische Sparkasse eine rein lokale Bank, heute sind wir ein international tätiges Unternehmen mit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch die Digitalisierung war ein gewaltiger Umbruch. Die Art, wie Menschen Bankgeschäfte erledigen, hat sich enorm verändert – von persönlichen Gesprächen in der Filiale hin zu digitalen Lösungen wie unser Online-Banking George. Doch trotz aller technologischen Fortschritte bleibt eines entscheidend: die persönliche Beziehung zu unseren Kundinnen und Kunden.

Regionalität ist eines der Kernprinzipien der Steiermärkischen Sparkasse. Wie bleibt diese in Zeiten der Digitalisierung erhalten?

Regionalität bedeutet für mich nicht nur, physisch vor Ort zu sein, sondern vor allem, die Menschen und ihre Bedürfnisse zu verstehen. Nähe ist nicht nur eine Frage der Geografie, sondern auch des Zuhörens. Selbst in der digitalen Welt können wir diese Nähe aufrechterhalten, indem wir smarte Lösungen anbieten, die auf unsere Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind. Es geht darum, digitale Möglichkeiten mit persönlichem Service zu verbinden. Der direkte Kontakt bleibt aber der wertvollste Aspekt unserer Arbeit.

Rendering altes und neues Foto
Die Zentrale der Steiermärkischen Sparkasse damals und heute © Grafik Faschingbauer

Zum 200-jährigen Jubiläum gibt es eine besondere Kampagne. Welche Botschaft soll sie vermitteln?

Wir wollten nicht nur zurückblicken, sondern vor allem nach vorne schauen. Die zentrale Frage lautet: Wie wird die Welt von morgen aussehen und welche Rolle spielen wir als Bank darin? Wir möchten dazu anregen, über die Zukunft nachzudenken und aktiv zu gestalten. Dazu gehört auch, dass wir Initiativen unterstützen, mit denen Menschen ihr Umfeld positiv verändern können. Diese Initiativen kann man bei uns einreichen. Die besten Ideen werden von uns prämiert und mit einer finanziellen Unterstützung belohnt.

Wenn Sie auf Ihre 21 Jahre an der Spitze der Bank zurückblicken – welche Momente sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Es waren bewegte Jahre mit vielen Herausforderungen und Erfolgen. Die Finanzkrise 2008 war sicherlich eine der schwierigsten Phasen, aber sie hat uns als Bank auch stärker gemacht. Ebenso prägend war die Expansion in den Westbalkan, durch die wir uns international etablieren konnten. Die Digitalisierung und die Transformation unserer Geschäftsmodelle haben ebenfalls große Veränderungen mit sich gebracht. Doch was für mich besonders zählt, sind die vielen persönlichen Begegnungen – mit Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Partnern. Denn letztlich geht es in unserer Branche um Menschen.

Sie gehen Mitte des Jahres in den Ruhestand – haben Sie bereits Pläne für diese neue Lebensphase?

Aktuell bin ich noch sehr mit dem Daily Business beschäftigt und habe noch gar keine fixen Pläne. Ich freue mich aber darauf, mehr Zeit für mich und meine Familie zu haben. Reisen, Sport, vielleicht ein Kochkurs.

Wenn Sie Ihrem jüngeren Ich einen Rat geben könnten – welcher wäre das?

Neugierig bleiben! Die Dinge mit Begeisterung angehen und offen sein für Neues. Erfolg entsteht durch Leidenschaft – und die kommt oft durch das intensive Eintauchen in ein Thema.

Abschließend: Was wünschen Sie der Steiermärkischen Sparkasse für die Zukunft?

Dass sie sich treu bleibt und dennoch mutig neue Wege geht. Dass sie weiterhin nah an den Menschen bleibt und sich gleichzeitig den Herausforderungen der Zeit stellt. Die Sparkasse hat 200 Jahre geschafft – und ich bin mir sicher, sie wird auch die nächsten 200 Jahre erfolgreich meistern.

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