Gut getrennt ist halb gewonnen
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Die Steirer sind im österreichweiten Vergleich vorbildhaft in puncto Mülltrennung. Dennoch ist noch Luft nach oben. Ein Blick auf Recycling, Re-use und Repair im Land.
Es schont Ressourcen und spart Geld: die Mülltrennung. Wer seinen Müll richtig trennt, sorgt dafür, dass viel mehr Abfall wiederverwertet werden kann. 479 Kilogramm Abfall pro Kopf produzierten die Steirerinnen und Steirer im Jahr 2018. Was nach einer großen Menge klingt, ist im österreichweiten Vergleich erfreulich: Die Steiermark liegt nämlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Und: Wir trennen offensichtlicher auch engagierter unseren Müll, denn Restmüll fällt im Vergleich zum Rest des Landes weniger an. Dennoch gibt es bei der Mülltrennung weiterhin viel Luft nach oben.
Recycling wirkt
Auch wenn mittlerweile genauer da-rauf geachtet wird, welcher Abfall in welcher Tonne landet, gibt es etwas, das falsch entsorgt schnell gefährlich werden kann: „Falsch entsorgte Batterien und Akkus sind eine massive Gefahr!“, warnt Landesrat Hans Seitinger vor einer falschen Entsorgung über den Restmüll. In der Vergangenheit führte das zu zahlreichen Bränden. Im Restmüll findet sich aber noch jede Menge anderer Abfall wie Metall, Glas, Kunststoffe, Holz oder Alttextilien. 13 Prozent machen diese wiederverwendbaren Abfälle aus. Was manchen vielleicht einfacher erscheint, kommt allen zusammen teurer: Wird Restmüll und Sperrmüll vermischt, wird die Entsorgung aufwendiger und somit teurer. Wenn beides aber sorgfältig getrennt wird, können Entsorgungskosten und Abfallgebühren gespart werden. Und: Wird alles in eine Tonne geworfen, kann nur mehr wenig wiederverwertet werden. Beim Restmüll bleiben dann vier Prozent übrig, die recycelt werden, beim Sperrmüll sind es 17 Prozent. Wer Müll trennt, sorgt dafür, dass beispielsweise über 80 Prozent des Altpapieres recycelt werden. In den Altstoffsammelzentren können bis zu 90 verschiedene Fraktionen getrennt werden – beispielsweise Altspeiseöle, PET-Flaschen, Eisen- und Stahlabfälle, aber auch Aluminiumkapseln und Altkleider. Und das sollte auch das Ziel sein: „Aus Sicht der Ressourcenschonung sollte so viel wie möglich recycelt werden“, sagt Seitinger.
Beraten und fördern
Damit Mülltrennen in der Steiermark ins Bewusstsein von Klein und Groß gerückt wird, sind im ganzen Land Umwelt- und Abfallberater unterwegs. Vorwiegend in Schulen und Kindergärten vermitteln sie die richtige Abfalltrennung. Gefördert wird vom Land Steiermark auch das Tragen von Mehrwegwindeln. Nicht nur Wiederverwerten, sondern auch Reparieren gewinnt wieder an Bedeutung: Das Land Steiermark ist Partner des EU-Projektes „Subtract“, das sogenannte Re-Use-Betriebe dabei unterstützt, zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

3 Fragen an …
Hans Seitinger
Welche Projekte sind in Bezug auf die Mülltrennung geplant?
Hans Seitinger: Wir haben zahlreiche Projekte in der Pipeline, denn eine gute Mülltrennung ist die Basis für nachhaltiges Recycling und gelebten Klimaschutz. In den Regionen werden Ressourcenparks errichtet, die bürgerfreundlich das Mülltrennkonzept umsetzen und in denen auch Reparaturcafés und Re-Use-Shops eingerichtet werden. Ganz wichtig ist auch, dass wir schon bei den Jüngsten anfangen, zu erklären, warum Mülltrennung wichtig ist und wie man es richtig macht.
Wie innovativ ist die Steiermark in Bezug auf die Mülltrennung?
So wie in vielen anderen Bereichen ist die Steiermark auch bei der Mülltrennung ganz vorne dabei. Von der smarten Mülltonne über den Einsatz künstlicher Intelligenz bis hin zu Detektoren an den Müllfahrzeugen zur Identifikation von Fehlwürfen gibt es derzeit viele Pilotprojekte. Die intensive Zusammenarbeit zwischen Abfallwirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Politik ist ein guter Nährboden für Innovation.
Was halten Sie von Initiativen wie Reparaturcafés? Sehen Sie darin eine langfristige Lösung?
Für mich ist die Nachhaltigkeit ein zentrales Thema. Leider sind wir in eine Wegwerfgesellschaft eingebettet, die nicht mehr darüber nachdenkt, ob mit einer kleinen Reparatur die Funktionsdauer von Geräten verlängert werden kann. Es muss uns im Sinne der Nachhaltigkeit gelingen, ein neues Denken zu entwickeln. Damit einhergehen muss die Aufwertung von Reparaturcafés und Reparaturfachbetrieben. Das stärkt die regionale Wertschöpfung und drängt gleichzeitig die Wegwerfmentalität zurück.






