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Werte-Wandel

Unterressort
Energie
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Werte-Wandel

Versorgungssicherheit wurde dank Corona mit einem Schlag zum Verkaufsargument – gerade in Sachen Stromerzeugung. Das Grazer Start-up EET punktet derzeit mit Energieautarkie im Kleinen.

Wer glaubt, dass in der Corona-Krise mit dem gewohnten Alltag auch der Klimaschutz völlig zum Erliegen gekommen ist, hat noch nicht mit Christoph Grimmer gesprochen. Der Gründer des Grazer Start-ups EET darf sich seit Ausbruch der Pandemie über mehr statt weniger Absatz seiner Photovoltaik-Speichersysteme freuen: „Wir merken, dass mit der Krise ein Wertewandel eingesetzt hat. Bei erneuerbaren Energien geht es nicht mehr ausschließlich um die Rendite oder die Amortisation, sondern auch um die Versorgungssicherheit. Die Menschen haben unmittelbar zu spüren bekommen, was es heißt, wenn nicht mehr alles selbstverständlich zur Verfügung steht, wie man es braucht.“

Universell
Unabhängigkeit in der Energieversorgung – zumindest zu einem Anteil von rund 25 Prozent – lautet das Versprechen von EET, das dem Unternehmen in der wirtschaftlichen Ausnahmesituation Zuwächse beschert. Das junge Team rund um die Gründer Christoph Grimmer, Stephan Weinberger und Florian Gebetsroither, allesamt Alumni der TU Graz, haben den „SolMate“ entwickelt: Ein System bestehend aus Photovoltaikpaneelen, Wechselrichtern und einer Speicherbatterie, das über einen einfachen Steckdosenanschluss den Haushalt mit Strom versorgt – und somit den Stromverbrauch um bis zu ein Viertel reduzieren kann. Das Produkt richtet sich ans urbane Publikum, das sich zwar für Sonnenstrom interessiert, aber keine Möglichkeit hat, eine ausgewachsene PV-Anlage aufs Dach zu setzen. Daher ist der „SolMate“ kleiner dimensioniert und auf eine leichte Installation, etwa am Balkon oder im Garten, ausgelegt. Die Gründer hatten ihr Publikum ursprünglich eher im städtischen Bereich und in den Speckgürteln gesucht. „Überraschenderweise fanden sich dann aber auch viele Besitzer von Einfamilienhäusern, die eigentlich genug Platz für eine große Anlage hätten, bei uns ein – was wohl auch am überschaubaren Investment von 2.500 Euro für unser System liegt“, sagt Grimmer.

SOLMATE
© SOLMATE

Der Anteil von städtischen und ländlichen Kunden halte sich mittlerweile die Waage, so Grimmer, der sich weiterhin auf den Kleinanlagen- und Kleinspeicherbereich konzentrieren will. Wachsen will EET nicht bei der Anlagengröße, sondern an Absatzmärkten: Schon jetzt sind die Grazer im deutschsprachigen Raum aktiv, als Nächstes haben sie Spanien im Auge. Auch an der Verbesserung des Produkts wird gearbeitet, damit es etwa mit bereits vorhandenen Smart-Home-Systemen harmonieren lernt. Dafür muss der Personalstand wachsen – Grimmer sucht aktuell Elektrotechniker, Programmierer und Marketingleute.

Sie sollen das derzeit 14-köpfige Team ergänzen, das seit der Gründung 2017 stetig gewachsen ist. Eine Affinität zur Nachhaltigkeit lässt sich den EET-Mitarbeitern nicht absprechen. Das zeigt sich etwa an den leeren Parkplätzen vor dem Firmengelände: „Obwohl wir genug Platz für Autos hätten, kommen wir alle mit dem Rad zur Arbeit“, sagt Grimmer, dem eine saubere Umweltbilanz von Anfang an wichtig war. Kein einfacher Vorsatz, schließlich ist die Produktion von Batterien und PV-Modulen immer noch energie- und schadstoffintensiv. EET hilft sich darüber hinweg, indem bei den Akkus auf das problematische Kobalt verzichtet wird, viele weitere Komponenten stammen zudem aus Österreich oder Deutschland. Grimmer: „Die Ökobilanz des Sol-Mate zeigt, dass er nach 18 Monaten Betrieb die Energie seiner Herstellung wieder hereingeholt hat – und das bei 20 Jahren Lebensdauer.“

© SOLMATE

www.eet.energy

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