Energie
Sonnenfänger mit Start-up-Spirit
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Der PV-Boom hat viele neue Player auf den Markt gebracht, einer davon ist Solana Renewable Technologies aus Graz. Das junge Unternehmen mit Branchenerfahrung spezialisiert sich auf die Planung, Beratung und Montage von gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen.
Ein nach eigenen Angaben „verrücktes Umfeld“ hat sich das Team von Solana Renewable Technologies für die Firmengründung ausgesucht. Die Unternehmer wussten aber genau, worauf sie sich einlassen, als sie 2022 mit Blick auf den im Umbruch stehenden PV-Markt die Neugründung wagten. Geschäftsführerin Marina Opferkuch hat schon zuvor in der Branche gearbeitet und sagt, dass sich etablierte Unternehmen dort zu langsam für die sich beschleunigende Dynamik am Energiesektor bewegen würden. „Strukturen und Prozesse sind festgefahren, man ist das hohe Tempo, mit denen sich der Markt weiterentwickelt, nicht gewohnt. Mit dem alten Denken wird die Energiewende nicht zu meistern sein – deshalb wollten wir den Start-up-Spirit in der Branche entfachen.“
Immer mehr – vor allem junge Fachkräfte – sehen diese Entwicklung, suchen nach einem „Sinn“ in ihrer Tätigkeit und folgen dem Aufruf von Solana. Aktuell zählt Opferkuch 15 Mitarbeiter zur Belegschaft – Tendenz stark steigend. Das Unternehmen beschäftigt sich mit allen Themen rund um die Erzeugung, Verteilung und Speicherung von erneuerbaren Energien. Aktuell legen sie aufgrund der Nachfrage einen starken Fokus auf PV-Anlagen. In der noch jungen Firmengeschichte zeichnet sich bei Solana auch ein großer Anstieg bei den gemeinschaftlichen Energieerzeugungsanlagen ab: „Obwohl die schon seit 2017 gesetzlich zugelassen sind, hat das Interesse daran sehr lange geschlummert. Erst mit dem PV-Boom und dem Bestreben, von fossilen Energiequellen unabhängig zu werden, kommt so richtig Fahrt in diesen Bereich“, sagt Opferkuch.

Abschied von Just-in-Time
Gebremst wurde dieser Elan im Vorjahr zunächst von der Versorgungslage. Die angespannte Liefersituation wirkte sich nicht nur auf die Verfügbarkeit von PV-Paneelen und Wechselrichtern aus, sondern auch auf Zubehörteile – banale Details wie die Klemmen für die Dachmontage konnten bereits fixierte Projekte um Monate verzögern. Bei Solana behalf man sich mit einer ausgeklügelten Lagerwirtschaft, die auf breiten Materialvorräten basierte. „Wir haben uns gleich zu Beginn vom Just-in-Time-Prinzip verabschiedet. Das brachte viele Zusatzaufgaben für unsere Logistik mit sich, war aber die einzige Möglichkeit, um auf die Marktverwerfungen reagieren zu können“, so Opferkuch. Mit dem Start-up-Denken fiel das Umstellen der Prozesse aber dennoch verhältnismäßig leicht, inzwischen sind Wartezeiten auf Bauteile – auch dank starken Partnern auf Lieferantenseite – kein Thema mehr.
Die Schwierigkeiten in der Umsetzung von Gemeinschaftsanlagen sieht die Firmenchefin hingegen im Faktor Mensch. Einzelne Bewohner von Mehrparteienhäusern, die gerne in Photovoltaik investieren möchten, haben es nicht immer leicht, genügend andere Wohnungsbesitzer von der Sinnhaftigkeit dieses Unterfangens zu überzeugen. „Befürchtungen bestehen vor allem hinsichtlich Fairnessfragen wie der Verteilung des Stroms, aber auch davor, dass Schäden entstehen können“, sagt Opferkuch. Viele dieser Bedenken lassen sich aber mit eingehender Beratung aus dem Weg räumen. Experten zurate zu ziehen, sei in jedem Fall empfehlenswert, zumal das begleitende Vertragswerk sehr umfangreich ausfällt. Vereinbarungen zwischen Anlagenbetreibern und Netzbetreibern müssen ausformuliert werden, involviert ist auch die Hausverwaltung, die idealerweise das Know-how zur Abrechnung zur Verfügung stellt. Auch Opferkuch stellte bereits mehrfach fest, dass zu wenig informierte Hausverwaltungen zu den Bremsklötzen bei der Umsetzung zählen können. „Am besten holt man sich diese von Anfang an mit ins Boot.






