Licht an im Salzkammergut
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Das in Bad Aussee beheimatete Unternehmen ist heute über 130 Jahre alt. Einst eröffnete man das erste steirische Elektrizitätswerk für die Ortsversorgung.
Die 1890er-Jahre sind in der Habsburger-Monarchie eine Zeit des Aufschwungs, des Wachstums und der Innovation – eine Entwicklung, die auch vor dem steirischen Salzkammergut nicht Halt macht: In Bad Aussee beginnt man, die Wasserkraft für die Stromerzeugung zu nutzen.

Gründungsakt mit Herzl
Nachdem der Besitzer der „Leitenmühle“, Josef Heissl, bereits einige kleinere Stromversorgungsprojekte erfolgreich umgesetzt hatte, stieg im Ort die Nachfrage. Folglich kam es zum Zusammenschluss der fünf Gründungsgesellschafter Josef Heissl, Johann Laimer, Josef Schwarz, Alexander Url und Johann Wagendorffer, welche am 15. November 1891 ihre Tätigkeit unter dem Namen „Schwarz, Wagendorffer & Co.“ begannen. Zum ersten Mal überhaupt in der Steiermark wurde damals ein E-Werk zur Ortsversorgung in Betrieb genommen. Bei der Eröffnungsfeier zugegen: Theodor Herzl, geistiger Wegbereiter des Staates Israel. Herzl weilte als Kurgast in Bad Aussee.
Das Unternehmen wuchs. 1913 wurden bereits ein Wasserkraftwerk und eine Dampfmühle mit jeweils 100 PS betrieben. Nach der Umstellung auf ein Wechselstromnetz im Jahr 1921 waren wenig später schon vier Gemeinden an das Netz des Unternehmens angeschlossen: Altaussee, Grundlsee, Reitern und Straßen. 1923 startete das Unternehmen in Bad Aussee mit dem Verkauf von Elektroartikeln. Während des Zweiten Weltkriegs wurde eine weitere Verkaufsstelle in Mitterndorf gegründet, denn die Diversifizierung in den Elektrohandel hatte sich als zukunftsfähige Strategie erwiesen.

Anpassungsfähigkeit nach 1945
In den Nachkriegsjahren offenbarten sich weitere Schlüsselfaktoren für die Langlebigkeit von Schwarz, Wagendorffer & Co.: Dem rasant steigenden Bedarf an Elektrizität passte man sich durch ständige technische Verbesserungen (u. a. stärkere Turbinen) an und schaffte es gleichzeitig, seine Bedeutung als Arbeitgeber der Region zu festigen. Die Zahl von 18 Arbeitnehmer:innen im Jahr 1945 konnte man bis ins Jahr 1962 mehr als verdoppeln. In den 1990er-Jahren ergab sich mit der Motorenwicklerei – der Wartung und Reparatur von E-Motoren – ein weiteres Tätigkeitsfeld, in welchem das Unternehmen bereits erworbenes Know-how im Bereich der Elektrotechnik zur Anwendung bringen konnte.

Herausforderungen im 21. Jahrhundert
Das 21. Jahrhundert brachte technische Neuerungen in der Elektrizitätswirtschaft und damit große Herausforderungen für die Branche mit sich. Um auf einem globalisierten Markt mit größer werdendem Produktangebot und gleichzeitig sinkendem Preisniveau mithalten zu können, entschied sich die Unternehmensleitung im Jahr 2020, der österreichischen Fachhandelskooperation Red Zac beizutreten. Von den multiplen Krisen (Covid etc.), die sich in der Folge negativ auf Wirtschaft und Gesellschaft niederschlugen, blieb freilich auch Schwarz, Wagendorffer & Co. nicht verschont. Massiv gestiegene Strompreise, ein damit verbundener Verlust an Kunden und unaufschiebbare Investitionen, für die es jedoch an Kapital mangelte, führten letztlich zur Veräußerung.

Im November 2023 wurde das ins Trudeln geratene Unternehmen vom benachbarten E-Werk Gröbming übernommen und fortan unter Beibehaltung des Namens weitergeführt. Bereits 2024 trug diese Übernahme ihre ersten Früchte, als mit der Montage der größten Photovoltaikanlage des Ausseerlandes ein Prestigeprojekt umgesetzt werden konnte. Der erste Supercharger wird ebenso noch 2024 in Betrieb genommen.







