Holz
Ringen um ein faires Miteinander
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Bernhard Pirker, Sprecher der Rundholztransporteure © Martin Schönbauer
Bernhard Pirker ist der neue Sprecher der steirischen Rundholztransporteure. Gegenüber seinen Auftraggebern aus der Holzindustrie macht sich Bernhard Pirker für eine Kostentransparenz stark, damit seine Branche weiterhin lebensfähig bleiben kann.
Herr Pirker, Sie sind der neue Sprecher der Rundholztransporteure, worin sehen Sie die Hauptaufgabe in dieser für Sie neuen Funktion?
Bernhard Pirker: Es ist wichtig, dass unsere Branche eine Stimme hat, um unsere Auftraggeber aus der Holzindustrie darauf aufmerksam zu machen, dass auch wir einen wesentlichen Teil in der Wertschöpfungskette Holz beitragen: Wir bringen unter oft widrigen Umständen das Holz aus dem Wald zu den Sägen, damit es dort weiterverarbeitet werden kann. Das wird von manchen der Beteiligten nicht immer wertgeschätzt. Da geht es natürlich auch um steigende Kosten, die anfallen und die wir der Holzindustrie auch verrechnen müssen. So steigen mit 1.1.2024 etwa die Kosten für das Road Pricing zwischen 10 und 15 Prozent in Österreich, wobei wir in der EU mit den Mauttarifen seit Jahren absoluter Spitzenreiter sind. Die Lkw wurden in den letzten zwei Jahren durchschnittlich um 50.000 Euro teurer, und mit dem Smart Tacho 2 sowie dem Mitte 2024 vorgeschriebenen Abbiege-assistenten bei Neuzulassungen wird der Lkw-Preis nochmals in die Höhe gehen. Und natürlich steigen auch die kollektivvertraglichen Löhne.
Gibt es denn Verständnis seitens der Auftraggeber für diese steigenden Kostenfaktoren?
Großteils ja. Uns geht es einfach darum, dass wir Frächter fair behandelt werden. Das war in den letzten Jahren nicht immer so, da stellten die Auftraggeber die beabsichtigte Senkung der Frachtpreise in den Raum. Doch wir konnten der Holzindustrie, die überwiegend unser Auftraggeber ist, verständlich machen, dass wir als Frächter bei einer Senkung der Preise nicht überlebensfähig wären. Wollen unsere Auftraggeber also verlässliche Transporteure, müssen sie Preise zahlen, mit denen auch wir gut leben können.

Welches Ziel haben Sie sich als Sprecher der Rundholztransporteure vorgenommen?
Dass unsere Sparte nachhaltig Leistungen durchführen kann, um unseren Kunden weiterhin ausreichend Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Es ist so, dass auch wir Probleme mit dem Nachwuchs haben. Viele unserer Betriebe sind Familienbetriebe, in denen die Tochter oder der Sohn den Betrieb der Eltern weiterführen soll. Doch viele der Jungen wollen sich diese Arbeit bei nicht ausreichender Vergütung gar nicht mehr antun. Wir müssen junge Fahrerinnen und Fahrer für diesen Beruf gewinnen, der nicht immer einfach ist. Man muss sich vorstellen: Das Lenken eines Holz-Lkw ist anspruchsvollste Arbeit. Man fährt im schneereichsten Winter in den Wald und auf die Berge, wie etwa auf die Koralpe, und muss auf 1.200 Metern Höhe auf schmalen Forstwegen 40 Kilogramm schwere Schneeketten anlegen, um zum Verladeplatz zu kommen. Dort wechselt der Fahrer auf den Kran und lädt bei extremen Minusgraden das Rundholz auf den Lkw. Dann geht es wieder Richtung Straße, doch bevor man auf die Straße kommt, müssen die Schneeketten wieder entfernt werden, ehe es zum Sägewerk geht. Und dieses Prozedere wird zwei bis drei Mal am Tag abgewickelt.
Das klingt nach viel Engagement und Fingerspitzengefühl?
Ja, ein Holzfahrer muss viel Geschick und Gespür haben. Ich behaupte, dass unsere Holzfahrer die Elite der Lkw-Fahrer darstellen, weil sie die unterschiedlichsten Situationen meis-tern müssen. In unserem Betrieb in Schwanberg haben wir 30 Lkw, drei davon sind Kranwägen, aber nur wenige unserer Fahrer trauen sich zu, damit in den Wald zu fahren und Holz zu laden. Wir wollen für diesen interessanten Beruf auch junge Fahrer gewinnen und können unseren Fahrern eine gute Work-Life-Balance anbieten, mit guten Arbeitsbedingungen und guter Entlohnung. Wir arbeiten mit modernem Gerät, teilweise auch schon mit beheizten Kabinenkränen, wenngleich diese Ausstattung um einiges mehr kostet.
Was soll sich ändern, um eine größere Wertschätzung seitens der Auftraggeber zu erfahren?
Es ist nicht viel, denn es funktioniert im Grunde gut. Wir wollen mit unserem Engagement das Überleben unserer Branche sichern und ein faires Miteinander haben. Es gibt mit der Industrie eine Gesprächsbasis, wenngleich diese auch verstehen muss, dass wir einen angemessenen Fuhrlohn brauchen, um einerseits unsere Dienste kostendeckend leisten zu können und um andererseits unsere Fahrer auch entsprechend bezahlen zu können, um als Arbeitgeber interessant zu bleiben und für den Fahrernachwuchs attraktiv zu sein.






