Interview
Klimagenie Holz
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Holzindustrie-Obfrau Monika Zechner und GF Brigitte Marold © Marija Kanizaj
Holzindustrie-Obfrau Monika Zechner und GF Brigitte Marold im Interview über Nachhaltigkeit in der Holzindustrie und warum der Rohstoff Holz ein Klimaschützer ist.
Vom Thema Nachhaltigkeit liest man fast überall. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie?
Monika Zechner: Es stimmt, das Wort Nachhaltigkeit begegnet uns überall. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, heute so zu leben und zu wirtschaften, dass die nächste Generation morgen die gleichen Möglichkeiten hat wie wir heute. Dabei geht’s um Klima- und Umweltschutz, Müllvermeidung und vieles mehr. Wir dürfen unsere Umwelt und die Natur also nur so weit nutzen, dass sie sich immer wieder erholen kann und unsere Kinder die gleichen Chancen haben wie wir.
Fast jedes Unternehmen und jede Branche will heute nachhaltig sein. Was macht die Holzindustrie zu einer nachhaltigen Branche?
Zechner: Es ist kein Zufall, dass der Begriff der Nachhaltigkeit vor mehr als 300 Jahren in der Forstwirtschaft entwickelt wurde. Wir nutzen mit Holz einen Rohstoff, der in unseren Wäldern immer wieder nachwächst. Holz gilt als größtes heimisches Rohstoffpotenzial. Mit Holz haben wir eine erneuerbare Rohstoffquelle. Und unser Rohstoff ist auch ein Klimaschützer. Holz zieht CO2 aus der Atmosphäre, speichert dabei Kohlenstoff und gibt Sauerstoff ab. Der Kohlenstoff bleibt in unseren Holzhäusern und Möbeln gespeichert, klimaschädliche CO2-Emissionen werden unterbunden. So schafft die Holz-industrie mit ihren Produkten einen zweiten Wald in den Städten und Dörfern.

Sie sprechen von einem „zweiten Wald“ in Form von Holzprodukten. Was meinen Sie damit?
Zechner: Die Ökobilanz ist eindeutig: Der Holzbau kann bis zu 50 Prozent Treibhausgas einsparen. Wenn das Holz für langlebige Zwecke wie im Holzbau eingesetzt wird, bleibt dieser Speichereffekt über die ganze Lebensdauer eines Holzhauses erhalten. Ein Einfamilienhaus aus Holz speichert etwa 40 Tonnen CO2 langfristig ein und entzieht dieses CO2 auf diese Weise der Atmosphäre.
Die Holzindustrie nutzt einen nachwachsenden Rohstoff, der das Klima schützt. Reicht das schon, um nachhaltig zu sein?
Brigitte Marold: Das ist doch schon eine einmalige und sehr gute Grundlage. Welche Branche kann das noch? Aber die Holzindustrie kann noch mehr beitragen. Zum Beispiel gibt es bei uns keinen Abfall. Aus einem Baum werden 100 Prozent wertvolle Produkte gewonnen: Holz zum Bauen, Holz für Paletten, Holz für die Papierherstellung und für Pellets zum Heizen. Selbst die Holzasche kann noch im Straßenbau genutzt werden. Zudem kann Holz oft wiederverwendet werden, das ist besonders nachhaltig. Altholz kann zum Beispiel in der Plattenindus-trie zu neuen Möbeln weiterverarbeitet werden. Holz ist ein wichtiger Baustein für eine umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft, der Einsatz von Altholz bedeutet eine hohe Ressourceneffizienz. Österreich hat zudem eines der strengsten Forstgesetze der Welt, es darf nicht mehr entnommen werden als nachwächst, das ist gelebte Nachhaltigkeit!






