Energie
Innovation aus der Kraft des Wassers
- Ressort
- History
- Veröffentlicht
- Lesezeit
- 2 min

© Hereschwerke GmbH
Seit ihrer Gründung sind die Hereschwerke eng mit der Wasserkraft verbunden. Was am Anfang traditionell mit Mühle und Säge begann, entwickelte sich im Lauf der Jahre zu einem Anbieter von Energietechnologie mit Spezialisierung in den Bereichen Elektrotechnik und Wasserkraftwerke.
Der Beginn 1889 war technologisch wenig spektakulär: Der 1883 aus Mähren übersiedelte Unternehmer Franz Heresch kaufte vom Wildoner Bürgermeister Ritz am Weißenegger Mühlgang eine Mühle mit angeschlossener Ölmühle und einem Sägewerk. Bereits wenige Jahre später wurde Tradition durch Innovation ergänzt: Heresch investierte in ein Elektrizitätswerk, das im November 1902 in Betrieb genommen wurde. Die Turbine trug die Nummer 308 und wurde von der Grazer MF Andritz AG geliefert. Heute würde man dazu steirische Wertschöpfungskette sagen, die den Markt Wildon früh mit elektrischer Energie versorgte.
Nach dem Ersten Weltkrieg blieb das Geschäft unter schwierigen, unsicheren Bedingungen trotzdem stabil: 1919 übernahm Josef, der Sohn des Gründers, die Unternehmensführung, 1943 der Schwiegersohn, DI Alois Frizberg (ein aus ursprünglich Vorarlberger Adel stammender Techniker, der auch Landesbaudirektor der Steiermark war). Seither blieb das Unternehmen mit dem neuen Familiennamen verbunden. 1952 ging die Leitung auf Dr. Helmut Frizberg (1910–2014) über, einem Enkel des Gründers, der später neben den Hereschwerken auch als Vorstand der Steirischen Ferngas tätig war.
Mit dem Eintritt seines Sohnes Dr. Gilbert Frizberg im Jahre 1979 war auch eine grundlegende Änderung der strategischen Ausrichtung verbunden: Im operativen Bereich wurde der historische Bauchladen bereinigt (Verkauf der Mühlen 1989), man konzentrierte sich auf Energieversorgung und Elektrotechnik. Der Ausgangspunkt waren zu diesem Zeitpunkt 45 Beschäftigte und 8.000 Stromkunden in 18 Gemeinden. In der Folge wurde expandiert, in Wärmenahversorgung diversifiziert (im Projekt Obdach erstmals auf der Grundlage von Bioenergie) und letztlich die Regel- und Automatisierungstechnik auf über 100 Beschäftigte ausgebaut. Im Bereich der Gesellschafterstruktur wurde von Gilbert Frizberg die Hälfte der Unternehmensanteile gekauft, womit eine höhere strategische Bewegungsfreiheit verbunden war.

Stetige Weiterentwicklung
Die Jahre des Aufbaus im Technologiebereich führten zu einer weiteren Grundsatzentscheidung: Zunächst wurde 2001 die STEWEAG (damals Tochter der Energie Steiermark AG) als 49%-Gesellschafter in den Bereich Strom- und Wärmeversorgung hereingenommen, 2003 entschloss man sich – kurz nach der 100-Jahr-Feier der Heresch-Stromversorgung –, das Geschäftsfeld gänzlich an den Landesversorger zu verkaufen und die Erlöse in den Kompetenzausbau im Bereich Wasserkraft zu investieren.
Ab 2008 stärkte man damit den Turbinenhersteller Global Hydro Energy GmbH und beteiligte sich an der enso GmbH, welche unter anderem Investoren bei Projekten der erneuerbaren Energie unterstützt (derzeit 26 Projekte mit Partnern in Norwegen, Albanien und der Türkei). Die Elektrotechnik und Gebäudeautomation mit Niederlassungen in Wildon, Wien und Klagenfurt trägt wiederum den Ursprungsnamen „Hereschwerke“.
Seit 2017 sind die Unternehmensgruppen unter der F-Ener-gies Holding zusammengefasst. Ab 2024 führt mit Richard Frizberg die 5. Generation (gemeinsam mit Heinz Peter Knaß) das Unternehmen. Mittlerweile ist man weltweit in 50 Ländern mit über 500 Beschäftigten und einem Umsatz von über 120 Mio. € tätig. Die Gruppe hat die Kompetenz, Wasserkraftwerke zwischen 30 und 100 Megawatt umzusetzen und letztlich auch Großprojekte wie den Med-Campus in Graz oder ganze Abschnitte der Koralmbahn mit Elektro- und Regelungstechnik auszustatten.






