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Aus der Region, für die Region, für die Leute

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Aus der Region, für die Region, für die Leute

© Lugitsch-Familienchronik von Herrn Michael Mehsner

Vor 115 Jahren hat sich die Familie Lugitsch in Gniebing bei Feldbach dem Mühlwesen verschrieben – und das ist sin Form einer Futtermühle bis heute so geblieben.

Ein Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, 1913, gingen am kleinen südoststeirischen Bahnhof Gniebing nahe Feldbach die Lichter an – zur damaligen Zeit eine Sensation, gab es doch auf der Bahnstrecke zwischen Graz und Budapest keinen anderen Provinzbahnhof, der mit Strom versorgt wurde. Diese außergewöhnlich frühe Elektrifizierung war das Verdienst des Landwirtes und Mühlenbesitzers Florian Lu-gitsch, welcher sich erst 1909 im Raabtal niedergelassen hatte.

Ausweitung der Energieversorgung

Innerhalb kurzer Zeit sicherte sich Florian Lugitsch Versorgungsgebiete und weitete das regionale Netz maßgeblich aus. 1922 reichte dieses bereits bis nach Kirchbach. Neben den Erfolgen im Bereich der Energieversorgung konnte Florian sich auch im Mühlengewerbe behaupten. Trotz zahlreicher Rückschläge – darunter ein verheerender Mühlenbrand im Jahr 1915 und die Zerstörungen am Betrieb während des Zweiten Weltkrieges – konnte die Mühle als zentrales Element des Unternehmens lange erhalten bleiben. Erst durch den Fall des Mühlenkontingents infolge des EU-Beitritts Österreichs entschied man sich zum Verkauf und somit zur Aufgabe der Mehlmühle.

© Lugitsch-Familienchronik von Herrn Michael Mehsner

Neue Geschäfts­bereiche

In den Nachkriegsjahrzehnten brach für die Familie Lugitsch eine neue Zeit an. Ein Meilenstein: die Inbetriebnahme der neuen Futtermühle im Jahr 1959. Zur gleichen Zeit wurde auch in den Ausbau des bereits bestehenden Leitungsnetzes investiert und dieses um zahlreiche Anschlüsse erweitert. Darüber hinaus kamen neue Geschäftsbereiche hinzu: Zum einen erfolgte in den 1960er-Jahren der Bau eines Geschäftslokals für Elektrohandel. Bereits in der Zeit zuvor hatte man vor allem Waren wie Elektromotoren sowie Nachttischlampen und Bügeleisen an die Bauern der Umgebung verkauft. Diese Geräte wurden wiederum mit dem Strom des Elektrizitätswerks der Familie Lugitsch betrieben. Zum anderen diversifizierte man 1971 als Folge eines wirtschaftlichen Rückschlags in die Verarbeitung und Vermarktung von Geflügel und Eiern. Inzwischen hatte die vierte Familiengeneration das Ruder übernommen, wobei sich die Brüder Florian IV. und Herbert das operative Geschäft aufteilten: Florian kümmerte sich um den Strom- und Elektrobereich, Herbert um Mühle, Futtermühle und Geflügelsparte.

© Lugitsch-Familienchronik von Herrn Michael Mehsner

Eigenständiges Unternehmen

In den folgenden Jahren wurden die Geschäftsbereiche optimiert, woraus 1984 eine Trennung des Unternehmens in Form einer Realteilung erfolgte: Futtermühle und Geflügelverarbeitung waren nunmehr Teil eines eigenständigen, von Herbert Lugitsch geführten Unternehmens. Fünf Jahre später entstand daraus die Herbert Lugitsch u. Söhne Ges.mbH, die heute von Herbert jun. und Dieter Lugitsch (fünfte Generation) geführt wird. „Aus der Region, für die Region, für die Leute“, so lautet ein Motto der beiden Brüder. Immer noch ist das kräftig gewachsene Unternehmen mit seinen rund 200 Mitarbeiter:innen regional sehr stark verwurzelt, längst aber auch ein internationaler Player, der nicht zuletzt mit qualitativ hochwertigen Biofuttermitteln punktet. Dass der Familie Lugitsch das Unternehmertum im Blut liegt, zeigt sich an den weiteren Unternehmen, die heute neben der Herbert Lugitsch u. Söhne Ges.mbH jeweils eigenständig von Familienmitgliedern geführt werden: Elektrohandel e-Lugitsch, Ölmühle Rudolf Lugitsch und Lugitsch Ziviltechniker.

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