Nachhaltig und vielseitig
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E-Werk Großwilfersdorf © beigestellt
Seit über einem Jahrhundert versorgt das E-Werk Großwilfersdorf nahe Fürstenfeld die Region mit grünem Wasserstrom. Doch nicht nur das: Mit der Zeit weitete das Unternehmen kontinuierlich seine Geschäftsfelder aus.
6. August 1917: Mitten im Ersten Weltkrieg treffen sich die Großwilfersdorfer im Gasthaus Ritter, um über die Errichtung einer elektrischen Anlage in der Gemeinde zu beraten. Die Idee des Kaufmanns Richard Horvath findet großen Anklang und innerhalb weniger Wochen wird die Genossenschaft „Elektrizitätswerk Großwilfersdorf reg. Gen. m. unb. H.“ mit 75 Mitgliedern gegründet. Es werden Eisenleitungen von der nahe gelegenen Schlachermühle, in der bereits seit 1902 elektrischer Strom produziert wird, errichtet, um für die Genossenschaftsmitglieder Strom für die Beleuchtung und den Betrieb landwirtschaftlicher Maschinen zur Verfügung zu stellen. Schon bald werden weitere Ortschaften an das Stromnetz angeschlossen und bereits 1921 startet der Bau einer Hochspannungsleitung.
Eigene Stromproduktion
In den ersten Wirtschaftsjahren sicherte ein Strombezugsvertrag mit der Schlachermühle die Stromversorgung. 1930 ergriff die Genossenschaft die Möglich- keit, selbst Strom zu produzieren: Die „Mangold Mühle“ an der Feistritz konnte erworben werden und man begann mit der Errichtung einer E-Werk-Anlage. Bis heute dient diese als Standort sowohl für die Unternehmenszentrale als auch für das „Kraftwerk Zentrale“.
In den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs wurde das Versorgungsgebiet sogar erweitert, sodass man schließlich nicht genügend Strom zur Abdeckung des Bedarfs produzieren konnte und 1941 einen Stromliefervertrag mit der Steweag abschloss, um weitere Ortschaften und Betriebe versorgen zu können. Gegen Kriegsende verschlechterte sich allerdings die Situation: Die Oststeiermark lag mitten im Frontgebiet, was zu zahlreichen Schäden führte und die Stromproduktion einschränkte.
Erfindungsgeist mit Weitblick
Schließlich wurde im Mai des Jahres 1945 der Lederantriebsriemen des Generators gestohlen und die Stromproduktion stand still. Der damalige Geschäftsführer Karl Pichler wusste sich jedoch zu helfen und benützte einen alten Feuerwehrschlauch, um den Generator wieder provisorisch in Betrieb zu nehmen, bis ein hochwertiger Ledertreibriemen von der Grazer Lederfabrik Steiner geliefert werden konnte. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten in den 1950er-Jahren nutzte man jede Chance, um das Überleben des Unternehmens langfristig zu sichern: 1960 wurde die bestehende Francis-Turbine im „Kraftwerk Zentrale“ durch eine Kaplan-Turbine ersetzt und damit die Stromproduktion verdoppelt. 1981 konnte das 65-jährige Bestandsjubiläum der Genossenschaft zugleich mit der Eröffnung der „Kraftwerksanlage II“ gefeiert werden.
Anfang der 1990er-Jahre wagte die Unternehmens-führung schließlich den Schritt in neue Geschäftsfelder: Man eröffnete einen Elektrofachhandel und das Elektroinstallationsgewerbe wurde aus-gebaut, um die vorhandene Nachfrage zu decken.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends investierte das „E-Werk Großwilfersdorf“, wie sich das Unternehmen im Außenauftritt nennt, besonders stark in die Versorgungssicherheit: Das Mittelspannungsnetz wurde dafür umgerüstet, Freileitungen wurden durch Erdkabel ersetzt.
2005 kam man dem Wunsch der Gemeinde nach und nahm ein Biomasseheizwerk sowie das Fernwärmenetz in Betrieb. Umfangreiche und teure Investitionen und Umrüstungen, wie beispielsweise der Bau von Fischaufstiegshilfen und Ausgleichsflächen, führten dazu, dass sämtliche Werksanlagen heute den höchsten ökologischen Standards entsprechen.






