Innovation aus Tradition
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Ein traditionsreiches Familienunternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Als „Hofmühle zu Schloß Landschach“ um 1500 erstmals erwähnt, hat sich die Mühle durch kontinuierliche Innovation behauptet und ist bis heute ein regionaler Lebensmittel- und Tierfutterproduzent.
Im Jahr 1885 wird Josef Uitz als junger Müller- und Bäckermeister Pächter der Landschacher Mühle, verliebt sich in Maria Braun, die junge Tochter des Mühlenbesitzers Johann Braun, und heiratet diese noch im gleichen Jahr. Zugleich kauft Uitz die Mühle, wodurch aus der „Landschacher Mühle“ die „Uitz Mühle“ wird. Josef und seine Frau erweitern sogleich den Betrieb um eine Bäckerei, die wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt. Als Verkaufsstelle für das sogenannte „Uitz-Brot“ wird ein kleines Geschäft im nahen Knittelfeld eröffnet.
Wirtschaftlicher Aufschwung durch die Eisenbahn
Der weitere Ausbau der „Kronprinz-Rudolf-Bahn“ bot eine gute Geschäftsmöglichkeit für Josef Uitz: Brot und Maismehl wurden an die Bahnarbeiter verkauft und die zur Mühle gehörende Säge lieferte Bretter und Pfosten zum Bahnbau. Allerdings war die Wasserkraft des Ingering-Baches, der die Mühle und Säge antrieb, zu schwach, um beides effizient antreiben zu können, weshalb der Sägebetrieb schließlich 1935 aufgegeben wurde. Man wollte sich verstärkt auf den Mühlenbetrieb konzentrieren, was sich als kluge Entscheidung erwies. Als zweites Standbein setzte man damals stattdessen auf die Mischfutterherstellung – ein Bereich, der bis heute erfolgreich betrieben wird.
Nach dem überraschenden Tod von Josef Uitz übernahmen die drei Töchter Johanna, Rosa und Anna den Betrieb und suchten wiederum einen Müllermeister, den sie in der Person von Ferdinand Brunner fanden. Ferdinand war ein geschäftstüchtiger junger Müllermeister aus Oberösterreich, der sich in Johanna verliebte und diese schließlich heiratete. Ferdinand und Johanna bauten den Betrieb weiter aus: Bereits 1928 wurde elektrisches Licht eingeleitet und die Mühle in den folgenden Jahren erweitert. Darüber hinaus wurde ein Getreidesilo errichtet sowie die Mischfutterherstellung weiter intensiviert. Schließlich begann das Ehepaar Brunner mit dem Bau eines neuen Mühlengebäudes für eine automatische Mühle, das allerdings erst unter der Leitung von Sohn Franz Brunner im Jahr 1968 fertiggestellt werden konnte.

Automatisierung als Innovationsmotor
Franz Brunner erkannte früh die Vorteile der Automatisierung: Bereits 1970 wurde für die Verwaltung ein erster Computer angekauft und in den 1970er-Jahren ein neues, vollautomatisches Mischfutterwerk errichtet, das einen direkten Anschluss an die Eisenbahn hatte. Diese Maßnahmen alleine machten den Geschäftszweig allerdings nicht langfristig konkurrenzfähig und profitabel.
Noch vor dem EU-Beitritt übergab Franz die Geschäftsführung an seinen Sohn Manfred, der die Mühle geschickt durch diese schwierige Umbruchzeit führte. Manfred setzte weiter auf Automatisierung und hohe Qualitätsstandards: Der Einbau einer elektronischen Steuerung in der Mühle erlaubte nicht nur den automatischen Betrieb während der Nacht, sondern auch eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Produkte. Bei der Herstellung des Mischfutters spezialisierte er sich auf Rinderfutter, wobei man aufgrund geschulter Beratung speziell auf Kundenbedürfnisse eingehen konnte und dieser Geschäftsbereich noch stärker wurde. Der eingeschlagene Weg wurde in den vergangenen Jahren konsequent weiterverfolgt, was weitere Innovationen in der Vollautomatisierung untermauern. Als vorerst letzte große Investition stand 2018 die Errichtung einer neuen Mehllagerhalle zu Buche.






