Die Lust auf Snacks ist ungebrochen
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Die Geschäftsführer Thomas Buck und Markus Marek (v. l.) © Kelly GesmbH
Mit rund 70 Millionen verkauften Packungen salziger Snacks ist Kelly eine Fixgröße am heimischen Markt. In den Standort in Feldbach wurde kräftig investiert, verraten Geschäftsführer Markus Marek und Thomas Buck im Interview.
Herr Marek, welche Trends lassen sich aus dem Konsumverhalten bei Snacks herausfiltern? Bleiben Soletti, Chips und Co. ungebrochen beliebt?
Markus Marek:Zwar gibt es immer wieder saisonale Schwankungen, aber die Österreicher bleiben weiterhin verlässliche Snacker mit einem sehr traditionellen Geschmack. Der Absatz unserer Klassiker ist seit Jahrzehnten gewachsen, und es freut uns besonders, dass Soletti Salzstangen in der Familienpackung mit Abstand das beliebteste Snackprodukt Österreichs sind. Unseren Erfolg messen wir anhand der Anzahl der verkauften Packungen, insgesamt gehen pro Jahr mehr als sieben Millionen Stück davon über die Ladentheken.
Verschiebt sich das Kundeninteresse auch nicht zu anderen Produkten – vor allem im Hinblick auf das zunehmende Gesundheitsbewusstsein?
Marek: Die Konsumenten suchen vermehrt nach Alternativen, das stimmt. Dem tragen wir Rechnung, indem wir Produkte mit neuen Inhaltsstoffen entwickelt haben – basierend etwa auf Linsen oder Kichererbsen, mit 50 Prozent weniger Fett. Die Trends zu gesünderen Snacks abzudecken funktioniert gut, allerdings kommen diese Produkte nicht an unsere Blockbuster heran. Jahr für Jahr wächst unsere Kategorie, man merkt, dass sich die Leute weiterhin gerne etwas gönnen wollen. Was allerdings schon auffällt, ist ein verändertes Essverhalten: Die fixen drei Mahlzeiten am Tag werden weniger, dafür werden öfter Snacks zwischendurch eingeschoben.
Für das Wachstum haben Sie auch ordentlich Geld in die Hand genommen, alleine in den Standort Feldbach hat Kelly in den letzten drei Jahren über sieben Millionen Euro investiert. Was stand dabei im Fokus?
Thomas Buck:2022 haben wir neue Anlagen in Feldbach in Betrieb genommen, um damit Produktneuheiten wie unsere Popchips herzustellen. Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage haben wir uns auch dazu entschlossen, die Produktionskapazitäten zu erweitern – auch um konkurrenzfähig bleiben zu können. Die letzte große Investition in Feldbach haben wir 2023 getätigt: Mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage können wir seit Mitte April übers Jahr gerechnet rund sieben Prozent unseres Strombedarfs selbst abdecken. Damit geht eine CO2-Ersparnis von 59 Tonnen einher, ein weiterer Schritt in unserem Bemühen, die Produktion nachhaltiger zu gestalten.
Nachhaltigkeit in der Backwarenherstellung ist keine kleine Herausforderung, gerade angesichts der energieintensiven Prozesse. Welche Rolle spielt Gas in dieser Hinsicht?
Buck:Sowohl in unserem Werk in Wien als auch in unserem Werk in Feldbach betreiben wir eine Vielzahl an meterlangen Backstraßen und Frittieranlagen. Die Stromversorgung dafür wird teilweise durch Photovoltaik abgedeckt, aber der Löwenanteil des Energieverbrauchs wird mit Gas abgedeckt. In Sachen Versorgungssicherheit hatten wir damit keine Probleme, die Preissprünge beim Gas mussten wir allerdings teilweise an die Konsumenten weiterreichen. Etwas abfedern konnten wir das mit Effizienzsteigerungen in der Produktion, die sich auch positiv auf unseren CO2-Fußabdruck ausgewirkt haben.
Energie wird beim Backen immer benötigt werden, wo finden sich sonst noch Stellschrauben, um die Auswirkungen auf den Klimawandel zu verringern?
Marek: In der Logistik konnten wir noch ein großes Potenzial heben. Mit unserem zweiten Hochregallager, das wir 2021 in Wien gebaut haben, können wir nun jedes Jahr 5.500 Lkw-Fahrten einsparen. Das bedeutet eine CO2-Reduktion von 50 Tonnen jährlich. Darüber hinaus verfolgen wir weitere Projekte, um die Effizienz in unseren Werken zu optimieren. Unsere wichtigste Säule bei der Nachhaltigkeit ist allerdings die regionale Wertschöpfung. Die Rohstoffe aus Österreich zu beziehen, ist schon seit Jahrzehnten bei uns gelebte Praxis. Mehl kommt aus drei heimischen Vertragspartnermühlen, für die Kartoffeln arbeiten wir mit 93 Vertragsbauern zusammen. Klar könnte man diese Produkte woanders billiger beziehen. Wir sind aber stolz auf unsere Wurzeln und darauf, dass Soletti als steirisches Kultstangerl nicht mehr aus dem Regal wegzudenken ist.
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