Partner für alle Verpackungslagen
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Maschinensaal © beigestellt
Papier war immer schon gut für Alternativen: als Druckmedium statt Pergament, als staubsichere Verpackung statt Jute, als umweltfreundlicher Ersatz für Kunststoffe. Seit über 100 Jahren ist das Unternehmen Brüder Volckmar dabei am Puls der Zeit.
Die Brüder Ernst und Rudolf Volckmar sowie deren Teilhaber Julius Martin Mähring versuchten direkt nach dem Ersten Weltkrieg mit unterschiedlichen Handelswaren ihr Glück. Ihre Bestimmung fanden sie zum Jahresende 1920, als sie um die Genehmigung einer Betriebsanlage zur Erzeugung von Papiergroßsäcken (erstmals in Österreich!) in der Annenstraße 23 ansuchten. Die Bewilligung erfolgte im Dezember, der Produktionsstart zu Beginn 1921. Dieses Jahr wird im Unternehmen auch als das konkrete Gründungsjahr angesehen.

Was heute eher unspektakulär klingt, die Erzeugung von und der Handel mit großen Kraftpapiersäcken, war zu seiner Zeit eine echte Innovation. So konnten für Produkte wie Zement oder Mehl Verpackungen angeboten werden, die im Gegensatz zum herkömmlichen Jutesack das Durchstauben verhinderten.

Kooperation statt Konkurrenz
Noch im selben Jahr erwarb das Unternehmen zur Kapazitätsausweitung eine Produktionsstätte in Zeltweg. Eine ganz ähnliche Idee hatte allerdings der Eigentümer der Frantschach AG, Wilhelm Hartmann, der 1922 die Natron-Papier-Industrie AG (NAPIAG) gründete. Statt Konkurrenz setzte man auf Kooperation: die NAPIAG übernahm die Zeltweger Produktion der Volckmars, die Brüder wiederum erhielten Anteile an der NAPIAG. Martin Mähring schied aus der Gesellschaft aus und wurde Geschäftsführer der NAPIAG (er starb 1930). In Graz wiederum konzentrierte man sich in der Brüder Volckmar GesmbH auf den Handel und die Produktion von Kleinsäcken auf Hochleistungsmaschinen, ein Produkt, das noch heute einen Schwerpunkt darstellt.

Das eingespielte Miteinander fand nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1938 sein Ende. Die Anteile der jüdischen Familie Hartmann an der Frantschach AG wurden „arisiert“, das Unternehmen und alle Beteiligungen schließlich durch die Berliner Zellstofffabrik Waldhof in Berlin übernommen. Die Restituierung an die ursprünglichen Eigentümer erfolgte 1952. Ernst Volckmar starb 1941 bei einem Flugzeugabsturz, Rudolf führte das Grazer Unternehmen alleine weiter. Er wurde zwar NSDAP-Mitglied, galt nach dem Krieg aber als „minderbelastet“, weshalb die Folgen sowohl für ihn als auch für das Unternehmen gering blieben.

Forderungen der Zeit
Nach einer nachkriegsbedingten Konsolidierungsphase investierte Rudolf Volckmar in der Stahlgasse 10–12 in eine neue Unternehmenszentrale mit Fabrikation (1959) und Handel (1969). Nach dem Tod Rudolfs 1965 übernahm seine Frau Aloisia das Geschäft. Unter ihre Ägide fiel in den 1970er-Jahren die Aufnahme des Plastiksackes in das Sortiment – den Forderungen der Zeit musste entsprochen werden. 1987 starb Aloisia, worauf der Neffe der Gründer, Dr. Werner Volckmar, der schon Jahre zuvor die operative Leitung übernommen hatte, die Anteile übernahm.

Die dritte Generation, Mag. Eva Volckmar und Doris Kügerl-Volckmar, rückte 1994 nach. Neben einem Generalumbau 2006 war es vor allem die verschärfte Rechtslage rund um Verpackungen und Tragehilfen, die deren unternehmerisches Hauptaugenmerk verlangte. Wiederverwertbarkeit und -verwendbarkeit bildeten fortan den Maßstab, was dem Thema Papier als nachhaltigen Rohstoff neue Wertigkeit verlieh. Ein Teilaspekt: Der Großteil des Papiers wird aus dem steirischen Pöls bezogen, was kurze Transportwege und deutliche CO2-Reduktion garantiert.







