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Eine Stadt wächst für die Menschen

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Ausbildung & Lehre
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4 min
Kapfenbergs Bürgermeister Fritz Kratzer © Thomas Luef

Kapfenbergs Bürgermeister Fritz Kratzer peilt bis 2030 die 25.000-Einwohner-Marke an. © Thomas Luef

Mit einem Mix aus attraktiven Hightech-Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen, modernen Wohnquartieren, Lebensqualität und studentischem Innenstadtflair will sich Kapfenberg zur Stadt mit Wohlfühlqualität weiterentwickeln.

Kapfenberg ist eine Stadt mit wechselvoller Industriegeschichte. Dies spiegelt sich auch in den Bevölkerungszahlen im Laufe der Zeit wider, mit einem Höchststand von über 27.000 Bewohnern Anfang der 1970er-Jahre. Derzeit hat die Stadt knapp 23.000 Einwohner. 2024 feiert man das hundertjährige Jubiläum der Stadterhebung. Doch Zahlen sagen nicht viel über die Qualität und Zukunftsfähigkeit einer Stadt aus, meint Kapfenbergs Bürgermeister Fritz Kratzer.

„Es gibt mehrere Aspekte, die eine Stadt lebenswert machen: Wohlfühlen ist wichtig, Arbeitsplätze sind ganz wichtig, genauso wie eine gute Rundumversorgung. Heute geht es ganz stark um das Thema Frauen im Job. Industriebetriebe suchen konzentriert nach Frauen, weil insgesamt das Angebot am Jobmarkt weniger wird“, weiß Kratzer.

Für Frauen sei Kapfenberg interessant, weil die Stadt eine ausgezeichnete Versorgungssituation bieten kann, um Frauen zu entlasten: Man ist mit Kinderkrippe, Kindergärten, Schulen, höheren Schulen sowie der FH Joanneum bestens ausgestattet, um für Menschen im Job ein ansprechendes Umfeld zu bieten. Und zugleich gibt es viel Natur – vom Zentrum von Kapfenberg ist man in sieben Minuten im Wald -, ein reiches Veranstaltungs- und Kulturprogramm, Sporteinrichtungen, eine Musikschule … Und Kapfenberg biete mit dem ECE und Euromarkt wichtige Handelsplätze und habe sich längst als Einkaufsstadt für die ganze Region etabliert.

Stadt im Wandel

„Wir leben mit der Geschichte und dem Wandel. Und hier muss man sagen, dass sich beim Thema Industrie in den letzten Jahren ja ein riesiger Wandel vollzogen hat. Es sind nicht mehr die Schlote, Staub und Schmutz, die heute die Industrie in unserer Stadt definieren, sondern hier handelt es sich um sauberes Hightech – und wir haben in diesem Bereich gleich 15 Weltmarktführer in der Stadt versammelt. Nur: Unser Image nach außen wird dem noch nicht gerecht. Wir arbeiten an einer Neudefinition unseres Stadtimages, das bisher mit Sport – Industrie – Leben‘ zusammengefasst wurde. ‚Industrie‘ trifft den Kern der Sache aber nun nicht mehr wirklich, deshalb suchen wir eine besser passende Begrifflichkeit. Zurzeit läuft da noch ein Findungsprozess“, erklärt Bürgermeister Kratzer.

Er ist überzeugt, dass Kapfenberg in Zukunft wieder wachsen wird, bis 2030 werde man 25.000 Einwohner haben. Kratzer nennt dieses Zukunftspaket „Visionen 2030+“. Schon jetzt kümmert sich eine Zuzugsmanagerin um die Menschen, die in die Stadt ziehen: Da geht es um die gemeinsame Wohnungssuche, um umfassende Infos zu Kinderbetreuung, Schulen und Ausbildungsstätten oder Freizeitangeboten.

„300 Studierende mitten in der Innenstadt werden für eine enorme Belebung unserer Innenstadt sorgen.“
Fritz KratzerFritz KratzerBürgermeister von Kapfenberg

Mit den Angeboten rund um Jobs, Lebensqualität und Wohnen werde Kapfenberg für viele Menschen interessant, die nicht in immer unattraktiver werdenden Großstädten leben wollen, ist Fritz Kratzer überzeugt. Neben dem flächenschonenden Neubau werden in einem umfassenden Erneuerungsprogramm in die Jahre gekommene Arbeitersiedlungen wie in Schirmitz und in der Hochschwabsiedlung – wo in einem großen Projekt Wohnraum für 2.000 Menschen errichtet wird – nachhaltig saniert und modernisierte Stadtquartiere geschaffen, die heutigen Standards entsprechen.

„Wir wollen gezielt die 7.500 Pendler sowie Bildungspendler, die täglich in die Stadt einpendeln, für Kapfenberg begeistern, ihnen Angebote aus dem städtischen Wohnungsmarkt unterbreiten. Für viele ist das Pendeln ja eine Weltreise, wenn ich an die Anreise aus Eisenerz im Winter denke. Und angesichts der Teuerung und der Treibstoffpreise ergibt sich ein weiterer Anreiz, ganz zu schweigen vom Umweltgedanken“, erklärt Kratzer. Auch Angebote für Besserverdienende mit hochwertigeren Wohnungen aus dem nicht geförderten Wohnbau forciert die Stadt. „Wir schließen das eine und das andere nicht aus“, kommentiert Kratzer.

Bildung, Forschung und Gesundheit

Neben den Themen Hightech und Sport setzt Kapfenberg stark auf Bildung, Forschung und Gesundheit. Allein im Sozialhilfeverband mit acht Pflegeheimen, zwei davon in Kapfenberg, sind im Bezirk 700 Menschen beschäftigt. Demnächst wird zudem eine neue Fachhochschule für Gesundheit und Krankenpflege mitten in der Stadt errichtet, die eine Innenstadtentwicklung der besonderen Art mit sich bringen wird. „Wenn wir 300 Studierende mitten in der Innenstadt haben, die hier auch temporär wohnen werden, ist das eine enorme Belebung der Innenstadt“, sagt Kratzer. Man wolle sich wie Leoben als Studierendenstadt „nachentwickeln“.

Von den knapp 1.000 jungen Leuten, die an der FH Joanneum an der Stadtgrenze mit ihren technischen Studiengängen studieren, kommen aufgrund der dezentralen Lage kaum je welche in die Innenstadt. Kratzers verschmitztes Kalkül: „Wenn die überwiegend männlichen Technikstudierenden wissen, dass 300 überwiegend junge weibliche Krankenpflegestudierende in der Innenstadt von Kapfenberg sind, wird es für die Burschen auch interessanter, in die Innenstadt zu kommen, und sich ein studentisches Flair in der Innenstadt entwickeln.“ Zudem soll der Standort für die neue FH für Internettechnologie ebenfalls in der Innenstadt angesiedelt sein, mit weiteren 500 Studierenden. „Dann wird um diese beiden Einrichtungen ein Bildungscampus entstehen, der eine riesige Chance für uns als Stadt darstellt. Das ist natürlich ein weiter Bogen von Hightech-Industrie bis zur Pflege, aber genau das macht Kapfenberg so interessant“, ist Kratzer überzeugt.

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