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Interview

Der Weg zum Wettbewerbsvorteil

Unterressort
Ausbildung & Lehre
Veröffentlicht
Lesezeit
5 min
Der Weg zum Wettbewerbsvorteil

Erfolgsgeheimnis durch Innovation: Ein Interview mit Jürgen Gamweger, Geschäftsführer der Successfactory Consulting Group.

In einer Welt, die von digitalen Umbrüchen und technologischen Entwicklungen geprägt ist, stellt sich die Successfactory Consulting Group der Herausforderung, Unternehmen durch maßgeschneiderte Lösungen und innovative Ansätze zu unterstützen. Im Gespräch mit Jürgen Gamweger, Geschäftsführer des Unternehmens, werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des erfolgreichen Beratungsunternehmens und erfahren, wie der „Move to improve“-Ansatz sowie Expertise in Digitalisierung und künstlicher Intelligenz zur kontinuierlichen Weiterentwicklung von Organisationen beitragen.

Jürgen Gamweger, Geschäftsführer der Successfactory Consulting Group
Jürgen Gamweger, Geschäftsführer der Successfactory Consulting Group © beigestellt

BUSINESS MONAT: Wie haben sich die wirtschaftlichen Wettbewerbssituationen in den letzten Jahren verändert und wie müssen Unternehmen darauf reagieren?
Jürgen Gamweger: In den letzten Jahren haben sich die Wettbewerbssituationen in der Wirtschaft signifikant verändert, bedingt durch Globalisierung, Digitalisierung und den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Diese Entwicklungen haben die Marktlandschaft dynamischer und komplexer gemacht, wodurch Unternehmen neuen Herausforderungen gegenüberstehen und Entscheidungen oftmals schneller getroffen werden müssen.

Inwiefern betrifft das auch Ihre Branche?
Die letzten Jahre haben auch eine erhebliche Veränderung in der Wettbewerbssituation in der Beratungsbranche mit sich gebracht. Ein bedeutender Wendepunkt war natürlich die Corona-Pandemie, die uns bei Successfactory dazu zwang, unser Dienstleistungsangebot in Rekordzeit komplett zu digitalisieren. Von einem Tag auf den anderen mussten alle Trainings und Beratungen remote durchgeführt werden. Das bedeutete, flexible und onlinebasierte Lösungen zu entwickeln, ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen, denen Unternehmen heute im Bereich Produktivität und Qualität gegenüberstehen?
Eine der größten Herausforderungen ist die effektive Nutzung von Daten. Technologien wie KI und Machine Learning bieten enorme Potenziale, aber diese können nur dann ausgeschöpft werden, wenn die zugrunde liegenden Daten von hoher Qualität sind. Viele Unternehmen kämpfen jedoch mit verstreuten Daten in Silos oder Daten, die nicht optimal aufbereitet sind. Ohne saubere und konsistente Daten bleibt das Potenzial dieser Technologien weitgehend ungenutzt.

Welche Rolle nehmen Mitarbeiter:innen dabei ein?
Ein entscheidender Aspekt ist die Schulung der Mitarbeiter:innen im Umgang mit neuen Technologien. Es geht nicht nur darum, technisches Know-how zu vermitteln, sondern auch ein Bewusstsein für die Veränderungen zu schaffen, die diese Technologien mit sich bringen. Nur wenn Mitarbeitende befähigt sind, die neuen Werkzeuge effektiv zu nutzen, kann ein Unternehmen seine Produktivität und Qualität nachhaltig steigern.

© beigestellt

Wie gehen Sie bei der Beratung vor? Gibt es bestimmte Methoden oder Tools, die Sie bevorzugen?
Bei Successfactory verfolgen wir einen maßgeschneiderten Ansatz. Wir setzen auf agile Vorgehensweisen, um bereits in frühen Projektphasen die Machbarkeit und Profitabilität von Lösungen realistisch einschätzen zu können.

Agiles Projektmanagement ermöglicht es uns, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und den Erfolg eines Projekts zu maximieren. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Einführung agiler Methoden oft eine kulturelle Begleitung erfordert. Die Mitarbeitenden müssen bereit sein, sich auf neue Denk- und Arbeitsweisen einzulassen.

Was unterscheidet Sie dabei von anderen Beratungsunternehmen?
Unser Ansatz unterscheidet sich dadurch, dass wir nicht einfach Standardmethoden implementieren, sondern diese an die spezifischen Bedürfnisse und die Kultur des jeweiligen Unternehmens anpassen. So stellen wir sicher, dass die implementierten Lösungen nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch den größtmöglichen Mehrwert liefern.

Welche Rolle spielen Fortbildungen für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens?
Fortbildungen sind absolut entscheidend. In einer sich ständig wandelnden Geschäftswelt ist es unerlässlich, dass Mitarbeitende kontinuierlich ihr Wissen erweitern. Nur so können Unternehmen sicherstellen, dass sie immer auf dem neuesten Stand sind und State-of-the-Art-Lösungen anbieten können. Bei Successfactory legen wir großen Wert auf die kontinuierliche Weiterbildung – sowohl bei unseren Kund:innen als auch intern. Denn nur wer ständig dazulernt, bleibt wettbewerbsfähig und kann langfristig erfolgreich sein.

Heutzutage rücken Team- und individuelles Empowerment immer mehr in den Vordergrund, Entscheidungen werden mehr und mehr delegiert. In welchen Bereichen sind Entscheidungen seitens der Führungskraft dennoch essenziell?
Team- und individuelles Empowerment spielen heute eine zentrale Rolle in modernen Unternehmen, insbesondere in agilen Arbeitsumgebungen, wo Entscheidungen zunehmend delegiert werden. Dennoch gibt es Bereiche, in denen Entscheidungen seitens der Führungskraft weiterhin essenziell sind und bleiben. Eine der großen Herausforderungen bei Entscheidungen ist es in unserer schnelllebigen Zeit, dass sie häufig mit hoher Unsicherheit getroffen werden müssen. In solchen Situationen kann es verlockend sein, möglichst viele Informationen abzuwarten, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Doch das Risiko dabei ist, dass das Zögern und die Verzögerung einer Entscheidung größere Nachteile nach sich ziehen können als eine weniger fundierte, aber rechtzeitig getroffene Entscheidung. Führungskräfte müssen daher in der Lage sein, auch unter Unsicherheit mutige Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen – beziehungsweise auch das Handwerkzeug zu haben, Fehlentscheidungen zu erkennen und konsequent reagieren zu können.

© beigestellt

Und mit Blick auf die strategische Planung für ein Unternehmen?
Ein weiterer Bereich, in dem die Entscheidungsmacht der Führungskräfte unabdingbar ist, sind Entscheidungen mit weitreichenden strategischen Auswirkungen auf das Unternehmen. Diese Kategorie erfordert oft eine umfassende Perspektive, die über das hinausgeht, was ein einzelnes Team oder eine einzelne Abteilung überblicken kann. Strategische Entscheidungen haben das Potenzial, die Ausrichtung des gesamten Unternehmens zu beeinflussen, und sollten daher in den Händen der Führung liegen.

Können Sie uns Beispiele für erfolgreiche Projekte mit Ihren Kund:innen geben?
Ein Beispiel, auf das wir besonders stolz sind, ist unsere langjährige Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Gruppe. Wir sind seit über 15 Jahren als „Preferred Supplier“ für Trainingsdienstleistungen tätig und haben weltweit über 7.000 Führungskräfte geschult und gecoacht. Ein weiteres bemerkenswertes Projekt ist unsere Arbeit mit der KfW Bankengruppe, für die wir den gesamten IT-Bereich in eine agile Organisation transformiert haben. Diese Umstellung hat die Effizienz und Innovationskraft des Unternehmens erheblich gesteigert.

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Beratungsprojekte?
Der Erfolg unserer Projekte wird durch eine Kombination aus quantitativen und qualitativen Kennzahlen gemessen. Wir analysieren beispielsweise die Effizienzsteigerung durch kürzere Durchlaufzeiten und betrachten strategische Innovationskennzahlen, wie den durch neue Produktideen generierten Umsatz. Ebenso wichtig ist das qualitative Feedback der Mitarbeitenden und Führungskräfte. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Lösungen nicht nur kurzfristig wirken, sondern auch langfristig den Erfolg unserer Kund:innen sichern.

Als international tätiges Unternehmen stehen Sie sicherlich vor besonderen Herausforderungen. Welche sind das und welche Vorteile bietet die internationale Tätigkeit?
Die größte Herausforderung ist es, die kulturellen Unterschiede in den verschiedenen Ländern zu verstehen und darauf einzugehen. Jede Kultur hat ihre eigenen Erwartungen und Kommunikationsstile, die wir respektieren und berücksichtigen müssen. Gleichzeitig bietet die internationale Tätigkeit den Vorteil, dass wir von einer breiten Palette von Erfahrungen und Best Practices profitieren können. Dieser globale Erfahrungsschatz bereichert unsere Beratungsansätze und gibt uns die Flexibilität, innovative Lösungen zu entwickeln, die in unterschiedlichen Kontexten funktionieren.

Welche kulturellen Unterschiede beobachten Sie insbesondere in Bezug auf Führungsstile?
Kulturelle Unterschiede im Führungsstil sind ein spannendes Thema. In Kulturen mit hoher Machtdistanz, wie in einigen asiatischen Ländern, ist der Führungsstil oft autoritärer und hierarchischer. Im Gegensatz dazu sind in Ländern mit niedriger Machtdistanz, wie in Skandinavien, egalitäre Führungsstile verbreitet, bei denen Entscheidungen oft im Team getroffen werden. Führungskräfte sollten sich dieser Unterschiede bewusst sein und ihren Führungsstil entsprechend anpassen, um ihre Teams effektiv zu führen und internationale Geschäftsbeziehungen erfolgreich zu gestalten.

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