Ressource Mensch
Menschen. Mut. Machen.
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Uniqa-Steiermark-Landesdirektor Johannes Rumpl © Martin Schönbauer
Was macht eine Unternehmenskultur aus, die Menschen langfristig hält? Uniqa-Steiermark-Landesdirektor Johannes Rumpl setzt auf Verantwortung, Sinn und Miteinander.
BUSINESS MONAT: Herr Rumpl, Sie leiten die Uniqa Landesdirektion Steiermark. Lässt sich Ihre Unternehmenskultur in drei Worte fassen?
Johannes Rumpl:Unser Leitmotiv bringt es perfekt zum Ausdruck: gemeinsam besser leben. Für uns ist das weit mehr als ein Werbespruch – es ist gelebtes Prinzip. Wir sind überzeugt, dass ein Team mehr erreicht als jede und jeder für sich allein. Erfolge, Rückschläge sowie Krisenzeiten wie während der Pandemie tragen wir gemeinsam und wir wollen uns stetig weiterentwickeln – für unsere Kundinnen und Kunden, aber ebenso für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am Ende geht es nicht nur ums Arbeiten, sondern ums Leben.
Dieses Prinzip soll spürbar sein – was heißt das für Ihre Belegschaft?
Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein, gerade in einer Zeit, in der der demografische Wandel die Spielregeln verändert. Immer weniger Menschen stehen am Arbeitsmarkt zur Verfügung; eine Generation geht, die nachkommenden Jahrgänge sind zahlenmäßig kleiner. Darum müssen wir Talente aktiv anziehen und binden. Neben einer Kultur der Wertschätzung setzen wir auf handfeste Vorteile: vergünstigte Versicherungen für Mitarbeitende, flexible Arbeitszeitmodelle, gezielte Weiterbildungsprogramme und spürbare Gestaltungsfreiheit.
Sie haben die Pandemie erwähnt – wie hat sie das Unternehmen geprägt?
Corona war eine echte Zäsur, eine Art neue Zeitrechnung. Innerhalb kürzester Zeit waren wir vollständig arbeitsfähig im Homeoffice, was großartig funktioniert hat. Dennoch ist für mich klar: Auf Dauer brauchen Menschen auch physische Begegnung. Unsere Branche lebt von Kommunikation und Empathie. Wer bei uns arbeitet, muss Menschen mögen – nur so lassen sich Kundinnen und Kunden in Ausnahmesituationen wirklich gut begleiten. Am besten gelingt das im direkten Austausch.
Damit neues Personal gut ankommt, braucht es mehr als Willkommenskultur. Wie gehen Sie vor?
Onboarding hat bei uns einen hohen Stellenwert. Neue Beraterinnen und Berater durchlaufen ein strukturiertes 36-Monats-Programm mit Schulungen, Praxisphasen und Zwischenprüfungen. Fachliche Sicherheit ist die Basis für souveränes Auftreten. Besonders am Herzen liegt mir unsere Lehrlingsarbeit: Rund 20 Jugendliche sind bei uns in Ausbildung, übernehmen Verantwortung und profitieren von Programmen zur Persönlichkeitsentwicklung. Viele brennen förmlich für ihren Job, weil sie spüren, dass man ihnen etwas zutraut.
„Unsere Branche lebt von Kommunikation und Empathie.“
Stellenweise heißt es, die junge Generation sei weniger loyal. Wie stehen Sie dazu?
Ich sehe das differenziert. Junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit, sind jedoch weniger stark an ein Unternehmen gebunden als früher. Für sie ist Erwerbsarbeit ein Mittel, das Leben zu finanzieren – nicht zwangsläufig Lebensmittelpunkt. Kommt ein besseres Angebot, wird gewechselt. Das ist kein Mangel an Qualität, sondern eine Realität, auf die Unternehmen reagieren müssen: mit Flexibilität, Weiterbildung und Aufgaben, die Sinn stiften.
Wie definieren Sie selbst Führung?
Ich fordere nichts ein, was ich nicht selbst zu geben bereit bin. Mein Führungsstil folgt drei Prinzipien: Umsicht, Fürsorge und Gerechtigkeit. Ich übertrage bewusst Verantwortung, weil Menschen daran wachsen. Zugleich achte ich darauf, dass jede und jeder dort wirkt, wo die eigenen Talente am besten zur Geltung kommen. Spitzenkräfte und Stabilisatoren sind gleichwertig wichtig. Was allerdings nicht geht: sich auf Kosten anderer zu bewegen – da bin ich konsequent. Team ist für mich nicht die Abkürzung für „Toll – ein anderer macht’s“.
Der Arbeitskräftemangel trifft viele Branchen. Wie begegnen Sie dieser Herausforderung?
Wir sind offen für unterschiedliche Lebensentwürfe – ob Quereinsteiger, Wiedereinsteiger, Teil- oder Vollzeitkräfte. Einzige Voraussetzung: Man muss Menschen wirklich mögen. Außerdem braucht es flexible Systeme. Bei Teilzeit darf man nicht moralisieren – häufig fehlt schlicht die Kinderbetreuung. Gleichzeitig setzen wir auf Digitalisierung: Schon jetzt wird fast die Hälfte unserer ambulanten Leistungsabrechnungen per KI bearbeitet. Das ersetzt keine Menschen, sondern schließt Lücken, weil die nötigen Köpfe fehlen.
Wie schaffen Sie es, die Motivation langfristig hoch zu halten?
Alle zwei Jahre führen wir eine europaweite Mitarbeiterbefragung durch, die bei uns auf erfreulich hohe Beteiligung stößt. Wir hören zu und setzen um, auch wenn Veränderungen nicht immer bequem sind. Am Ende brauchen Menschen Stabilität und Sinn. Mein Credo lautet: Wer gern arbeitet, arbeitet gut – und das spürt am Ende auch der Kunde. Unser Anspruch ist, jeden Tag ein Stück besser zu werden.






