Berggasthof Hollhaus: Alpine Gastlichkeit trifft Innovation
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Berggasthof Hollhaus © privat
Vor 100 Jahren wurde der Berggasthof Hollhaus auf der Tauplitzalm eröffnet. Seitdem hat das traditionsreiche Haus nicht nur die Entwicklung des Skitourismus in der Region maßgeblich geprägt, sondern sich auch als beliebtes Ziel für Sommerurlauber etabliert.
Am 6. September 1925 wurde der Berggasthof Hollhaus nach nur einjähriger Bauzeit auf 1.620 Metern Seehöhe feierlich eröffnet. Das Haus wurde nach Theodor Karl Holl benannt, einem Wiener Bankier und Skipionier, der als Gründungsmitglied der Skivereinigung der Alpenvereinssektion „Austria“ maßgeblich zur Förderung des Skisports beitrug. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung übergab Holl das Gebäude an den Alpenverein, der es fortan als Unterkunft für Skifahrer und Wanderer betrieb.
Die Tauplitzalm war zu dieser Zeit bereits ein beliebtes Ziel für Wintersportler. Schon um 1910 entstanden die ersten Skihütten, und die Bauernhöfe begannen, Zimmer an Skifahrer zu vermieten. Nach der Errichtung des Hollhauses begann der Alpenverein Sonderzüge aus Wien zu organisieren, die es den Gästen ermöglichten, für 16,40 Schilling (etwa 80 Euro) einen Wochenausflug auf die Tauplitz zu machen. Doch der Aufstieg war beschwerlich: Nach der Ankunft am Bahnhof in Mitterndorf mussten die Gäste noch rund zweieinhalb Stunden zu Fuß zurücklegen. Erst 1935 erleichterte ein einfacher Fahrweg den Zugang zur Tauplitzalm. Die steigende Beliebtheit des Skigebiets führte dazu, dass die ursprünglichen 68 Betten des Hollhauses bald nicht mehr ausreichten.
Die neuen Pächter Ilse und Fritz Wurdack begannen 1935 mit dem Ausbau: Das Haus wurde modernisiert und eine Telefonanlage installiert. Skipioniere wie der junge Skilehrer Viktor Hierzegger trugen zur Attraktivität des Skigebiets bei, indem sie einen der ersten Schlepplifte Öster-reichs errichteten. Ein weiterer Meilenstein folgte 1953 mit der Eröffnung des damals längsten Sessellifts Europas, der den Ort Tauplitz direkt mit der Alm verband.
Berggasthof Hollhaus
Die Ära der Familie Hüttner
Seit 1960 wird das Hollhaus in dritter Generation von der Familie Hüttner geführt. Erwin Hüttner, der Großvater des heutigen Gastwirts Christoph Hüttner, baute das Hollhaus weiter aus. Mit der Fertigstellung der Almstraße im Jahr 1963 wurde die Erreichbarkeit des Berggasthofs deutlich verbessert, was die Tauplitzalm nun auch für Sommerurlauber attraktiver machte. Erwin Hüttner erkannte früh das Potenzial der Alm als Erholungsgebiet für Familien und entwickelte das sogenannte „Familienberg-Ferienprogramm“, das bis heute ein abwechslungsreiches Angebot aus Wander- und Spielaktivitäten für Groß und Klein bietet. Diese Initiative trug maßgeblich dazu bei, die Auslastung des Hollhauses auch in der Sommersaison zu steigern. Christophs Vater, Klaus Hüttner, ergänzte das Sommerprogramm im Jahr 2000 durch die Einführung eines Traktor-Bummelzugs, der den Gästen eine entspannte Möglichkeit bietet, das größte Seenhochplateau Mitteleuropas zu erkunden. Im Jahr 2008 übernahm die Familie Hüttner den Berggasthof vom Alpenverein und wagte damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Eigenständigkeit. Mit der Übernahme des Hollhauses im Jahr 2024 setzt Christoph Hüttner die Familientradition fort. Derzeit plant er umfassende Investitionen, um den Altbau zu sanieren und die Infrastruktur zu modernisieren. Ziel ist es, die lange Tradition des Hollhauses zu bewahren und gleichzeitig den Anforderungen des modernen Tourismus gerecht zu werden.






